TK fordert Arzneimittel-Sparpaket

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„Die Pharmaindustrie versteht sich besser darauf, hohe Preise zu Lasten der Beitragszahler einzutreiben, als wirkliche Innovationen auf den Markt zu bringen“, betonte Professor Dr. Gerd Glaeske von der Universität Bremen. „Neue Arzneimittel kommen vor allem in Therapiegebieten auf den Markt, in denen hohe Preise verlangt werden können. Dabei bräuchten wir zum Beispiel dringend neue Antibiotika.“

Für sechs der untersuchten Wirkstoffe wurden innerhalb der ersten beiden Jahre nach Markteinführung Rote-Hand-Briefe verschickt, mit denen zum Beispiel auf Arzneimittelrisiken hingewiesen wurde, die zum Zulassungszeitpunkt noch nicht bekannt waren. Für zwei Wirkstoffe war dies laut TK sogar zweimal der Fall. Gleichzeitig setzte sich der Trend fort, dass neue Wirkstoffe bereits nach sehr kurzer Zeit trotz eines geringen therapeutischen Fortschritts und negativer Bewertungen in den Leitlinien der Fachgesellschaften auftauchten. Das betreffe aktuell zum Beispiel die Wirkstoffe Cabozantinib, Cobicistat, Nalmefen oder Obinutuzumab. Keiner dieser Wirkstoffe hat das Therapiespektrum um einen überzeugenden Nutzen erweitert. Sie erhielten alle eine rote Gesamtampel.

Ein Sonderkapitel widmet der Innovationsreport 2017 den Biosimilars. „Im onkologischen Bereich erwarten wir in naher Zukunft im Zuge von Patentabläufen weitere Biosimilars. Durch den Einsatz dieser Biosimilars sind gemäß Hochrechnung des aktuellen Innovationsreports in den nächsten Jahren Einsparungen von bis zu 500 Millionen Euro für die gesetzlichen Krankenversicherungen möglich", so Professor Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft.

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