Straub: Impfen ist Ärztesache

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Berlin - Trotz deutlicher Impflücken in Deutschland lehnt der Chef der Barmer, Professor Dr. Christoph Straub, das Impfen durch Apotheker grundsätzlich ab: „Das Impfen ist die Aufgabe von Ärzten“, sagte Straub bei der Vorstellung des Arzneimittelreports 2019. Der Report weist auf deutliche größere Impflücken hin als bisher bekannt. Gegenüber den im Apothekenstärkungsgesetz vorgesehenen Modellprojekte für Grippeimpfungen durch Apotheker zeigte sich Straub aufgeschlossen. Das könne man „evaluieren“. Allerdings wies Straub auf die Risiken des Impfens hin. Es sei bedenkenswert, dass Impfen den Ärzten vorbehalten bleibe. 

Trotz steigender Impfquoten weist der Barmer Arzneimittelreport 2019 auf deutliche Impflücken bei hunderttausenden Kleinkindern und Jugendlichen hin – vor allem bei Masern. So war mehr als jedes fünfte im Jahr 2015 geborene Kind in den ersten beiden Lebensjahren nicht oder unvollständig gegen Masern geimpft. Im Jahr 2017 waren damit hochgerechnet knapp 166.000 Zweijährige ohne vollständigen Masernschutz. Zudem war jede fünfte Zweijährige, also knapp 81.000 Mädchen, nicht vollständig gegen Röteln geimpft.

3,3 Prozent der 2015 geborenen Kinder hatten in den ersten beiden Jahren demnach überhaupt keine der 13 Impfungen erhalten, die die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt. Das entspricht knapp 26.000 ungeimpften Mädchen und Jungen. „In Deutschland werden immer noch zu wenige Kinder geimpft. Das macht die Ausrottung bestimmter Infektionskrankheiten unmöglich und verhindert den Schutz für all diejenigen, die sich nicht impfen lassen können. Wir brauchen zielgruppenspezifische Impfkampagnen, um die Skepsis und mögliche Ängste vor Impfungen abzubauen“, sagte Straub.

Der Barmer-Chef begrüßte die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgesehen Kinder-Impfpflicht gegen Masern: „Das ist richtig. Es gibt keine guten Argumente gegen das Impfen. Man kann Masern ausrotten. “ Als „irre“ bezeichnte Straub sogenannte „Masern-Partys“, um Kinder mit einer Erkrankung zu immunisieren. Zur Erhöhung der Impfquote seien vor allem Aufklärung der Bevölkerung und strukturierte Fortbildungsprogramme für Ärzte erforderlich, um einen adäquaten Dialog mit Impfskeptikern zu trainieren.

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