„Vielfalt ist unsere Stärke“

Resolution: „Apotheken sind für alle da“

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Berlin -

„Apotheken sind für alle da“, erklärte Sven Lobeda von der Sächsischen Apothekerkammer (SLAK). In einer Zeit, in der das politische und gesellschaftliche Klima rauer werde, sei es wichtig, ein Zeichen zu setzen. Die SLAK hat daher eine Resolution zur Abstimmung gestellt, die mit großer Mehrheit angenommen wurde.

„Wir erleben jeden Tag, wie unterschiedlich Patientinnen und Patienten sind, wie unterschiedlich die Teams sind und wie vielfältig unser Berufsstand ist“, so Lobeda weiter. Doch das funktioniere nur mit gegenseitigem Respekt und Anerkennung. Gerade deshalb sei es wichtig, in einer Zeit, in der das gesellschaftliche Klima spürbar rauer werde, nicht nur über Strukturen zu sprechen, sondern auch Stellung zu beziehen, auf welchem Fundament sich diese Versorgung bewege. „Apotheken sind nicht neutral, wenn es um die Würde des Menschen geht.“ Es gehe hier nicht darum, parteipolitisch Stellung zu beziehen; eine Apotheke lebe von Vertrauen. „Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen“, appellierte er.

Resolution im Wortlaut

„Apotheken sind Orte der Gesundheitsversorgung für alle Menschen. In öffentlichen Apotheken und Krankenhausapotheken begegnen wir Patientinnen und Patienten in ihrer ganz persönlichen und gesellschaftlichen Vielfalt mit Respekt, Offenheit und fachlicher Verantwortung. Vielfalt prägt den Alltag unseres Berufsstandes, unsere Teams und die Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen. Ein offenes und wertschätzendes Miteinander stärkt die Versorgung und unsere Gesellschaft.

Als Angehörige eines Heilberufs tragen Apothekerinnen und Apotheker besondere Verantwortung für die Würde und Gesundheit jedes Menschen. Daraus folgt für uns ein klares Bekenntnis zu Menschlichkeit, Toleranz, Freiheit, Gleichberechtigung und zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Veränderung und zunehmender Polarisierung wollen Apotheken Orte des Vertrauens, der Begegnung und des respektvollen Miteinanders sein.

Eine verlässliche Gesundheitsversorgung braucht Vertrauen. Vertrauen entsteht dort, wo Menschen sich sicher, respektiert und angenommen wissen. Der Deutsche Apothekertag bekennt sich zu einer offenen, vielfältigen und demokratischen Gesellschaft und zu einer pharmazeutischen Versorgung, die jedem Menschen mit gleicher Achtung begegnet. Menschlichkeit kennt keine Ausgrenzung. Vielfalt ist unsere Stärke. Demokratie ist unsere gemeinsame Verantwortung.“

Verkürzte Version

Der Abda-Vorstand hatte eine eigene Kurzversion zur Resolution erarbeitet: „Die Apothekerschaft steht auf dem Fundament der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Als Heilberuf übernehmen wir Verantwortung für alle Menschen und wahren deren Würde, Freiheit und Gleichheit. Die Apothekerschaft tritt für eine offene, vielfältige und respektvolle Gesellschaft ein und begegnet jedem Menschen mit gleicher Achtung. Eine verlässliche und patientenorientierte Gesundheitsversorgung ist Ausdruck dieser Werte unseres Heilberufs.“

Der Text stieß bei den Delegierten allerdings auf Kritik. „Die ursprüngliche Resolution gefällt mir deutlich besser“, erklärte Martin Braun, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg. Sie sei wirkmächtiger, die verkürzte Fassung komme nicht an die Aussagekraft heran. Auch andere Kolleginnen und Kollegen stimmten Braun zu.

Abda-Vize Dr. Ina Lucas erklärte im Verlauf der Diskussion, die verkürzte Fassung des Abda-Vorstands zurückzuziehen. Abgestimmt wurde anschließend über die ungekürzte Fassung. Die Resolution wurde mit großer Mehrheit angenommen.

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