Berufsbild

Pharmaziestudenten fühlen sich übergangen

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Berlin -

Die Pharmaziestudierenden sehen sich nicht ausreichend in die Ausarbeitung des neuen Apotheker-Berufsbilds einbezogen. Zur Diskussion um das Perspektivpapier „Apotheke 2030“ seien für die Studenten nicht ausreichend Zugangscodes bereitgestellt worden, kritisiert der Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD). Der Verband plädiert für eine dem Berufsbild angepasste Approbationsordnung und ein verlängertes Studium.

Der BPhD begrüßt die Bestrebungen der Apothekerschaft, ein neues Berufsbild zu erarbeiten. Gleichzeitig kritisieren die Studenten, dass sie nicht ausreichend an der Entwicklung des Berufsbilds beteiligt worden seien. Dabei seien sie diejenigen, die künftig nach dem neuen Selbstverständnis der Apotheker arbeiten müssten.

Den Studenten wurden 130 Zugangscodes für die Kommentierung des Berufsbilds im November 2015 zur Verfügung gestellt. Dem stehen etwa 13.000 Pharmaziestudenten gegenüber – ein Plattformzugang hat demnach 1000 Studenten vertreten. Das reiche nicht aus, um sich aktiv in den Prozess eingebunden zu fühlen, so der BPhD.

Die Studenten kritisieren, dass sie mit dem fertigen Berufsbild „vor die vollendeten Tatsachen” ihrer Zukunft gestellt worden seien. Stattdessen hätten die sie stärker an der Diskussion beteiligt werden sollen. „Anstatt parallel zueinander an verschiedenen Stellen die Weiterentwicklung unseres Berufs fortzuschreiben, wäre die Entwicklung eines gemeinsamen Papiers wünschenswert gewesen“, so der BPhD.

Die Studentenvertreter können sich mit vielen Gedanken zum neuen Berufsbild identifizieren. Darüber hinaus verstehen sie es aber auch als Chance, die Approbationsordnung und damit das Studium anzupassen. Denn während im Berufsbild bereits viele Aspekte der klinischen Versorgung aufgenommen worden seien, kämen diese in der aktuell geltenden Approbationsordnung noch zu kurz. Eine entsprechende Modernisierung des Studiums ist aus Sicht des BPhD notwendig.

Außerdem fordert der Verband, das Pharmaziestudium zu verlängern. Das sei für die Zukunft des Heilberufs „dringend von Nöten“, da sich das Aufgabenspektrum des Apothekers aufgrund des neuen Berufsbilds deutlich erweitern werde.

Für zukünftige Entscheidungen fordert der BPhD, von den Standesvertretern der Apotheker stärker einbezogen zu werden. So wollen die Studenten die Chance bekommen, ihre eigenen Vorstellungen und Perspektive auf den Apothekerberuf einzubringen.

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