Neues Arznei-Erstattungsmodell

Novartis: Geld nur bei Überleben APOTHEKE ADHOC, 06.03.2019 14:51 Uhr

Berlin - Die Krankenkassen kämpfen mit explodierenden Kosten neuer Krebstherapien – für viele Schwerkranke liegen in individuellen Therapien andererseits große Hoffnungen. Jetzt hat Novartis Pharma mit Krankenhäusern ein vom Genesungsprozess abhängiges Erstattungsmodell vereinbart: Verstirbt der Patient, erhält die Kasse einen Teil der Kosten zurück.

Laut Novartis betrifft der Vertrag mit dem Kassendienstleister GWQ ServicePlus die CAR-T-Zelltherapie gegen Leukämie. Danach führt Novartis einen Teil der Arzneimittelkosten für das Arzneimittel Kymriah (Tisagenlecleucel) an die GWQ zurück, sollte „innerhalb eines definierten Zeitraums das Therapieergebnis Überleben nicht erreicht werden“. „Novartis und GWQ tragen damit gemeinsam Verantwortung für eine nachhaltige Finanzierung des Gesundheitssystems“, heißt es in einer Mitteilung. Die vertragliche Vereinbarung stelle einen zentralen Baustein für die beschleunigte Patientenversorgung mit innovativen Heilmethoden dar.

Novartis und GWQ (Gesellschaft für Wirtschaftlichkeit und Qualität bei Krankenkassen) realisierten für die Erstattung von Gentherapien ein Pilotprojekt und haben für die Kymriah-CAR-T-Zelltherapie einen Vertrag über das Erstattungsmodell „Pay for Outcome“ geschlossen. Die CAR-T-Zelltherapie ist laut Mitteilung als zelluläre Immuntherapie ein völlig neuer Therapieansatz und wird eingesetzt zur Behandlung von Kindern, Jugendlichen und jungen erwachsenen Patienten im Alter bis zu 25 Jahren mit refraktärer oder rezidivierter (Rezidiv nach Transplantation oder zweites oder späteres Rezidiv) akuter lymphatischer B-Zell-Leukämie (ALL) sowie bei erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) nach zwei oder mehr Linien einer systemischen Therapie.

Nachdem bei diesen Patienten alle bisherigen Therapieversuche gescheitert seien, könne die Behandlung mit dieser Therapie erreichen, dass die Erkrankung nicht mehr nachweisbar sei. Damit hätten die Patienten eine reelle Chance auf längerfristiges Überleben. Die Therapie werde in einem aufwändigen, individualisierten Herstellungsprozess für jeden einzelnen Patienten aus körpereigenen Immunzellen hergestellt. Die Behandlung mit der Kymriah CAR-T-Zelltherapie erfolge nur ein einziges Mal und komme in Deutschland für nur wenige hundert Patienten mit fortgeschrittenen Erkrankungsverläufen in Frage.

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