Rückrufwelle

Linke fragen nach Valsartan: Antwort ohne Wert

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Berlin -

Sie hatte nur eine Frage zum Valsartan-Skandal. Doch Apothekerin und Gesundheitsexpertin der Fraktion Die Linke, Sylvia Gabelmann, musste eine Woche auf die Antwort der Bundesregierung warten. Neue Erkenntnisse brachten die Ausführungen jedoch nicht.

Gabelmann wollte in einer schriftlichen Frage von der Bundesregierung wissen: „Welche Informationen hat die Bundesregierung bezüglich der Verunreinigung des Blutdruckmittels Valsartan mit dem wahrscheinlich krebserregenden Stoff N-Nitrosodimethylamin?“ Außerdem wollte die Apothekerin wissen, welche Maßnahmen die Bundesregierung für notwendig hält, „um im Einvernehmen mit den europäischen Mitgliedsstaaten sowie den Behörden der Bundesländer Schwachstellen bei der Überwachung und Kontrolle der Produktion von Arzneimitteln und Grundstoffen für Medikamente zu beseitigen und sicherzustellen, dass gesundheitsgefährdende Verunreinigungen wie jetzt im Falle von Valsartan zukünftig nicht mehr jahrelang unentdeckt bleiben können“.

Neue Erkenntnisse bringt die Antwort auf die Anfrage von Gabelmann nicht. Die Fakten sind bereits bekannt. Im Großen und Ganzen bleibt die Anfrage unbeantwortet. So heißt es: „Ende Juni 2018 wurde die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) über eine produktionsbedingte Verunreinigung des Wirkstoffes Valsartan des chinesischen Herstellers Zhejiang Huahai Pharmaceuticals informiert."

Und weiter: Bei der Verunreinigung handelt es sich um N-Nitrosodimethylamin; dieser Stoff ist von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation und der Europäischen Union als wahrscheinlich krebserregend beim menschen eingestuft.“ Die EMA untersuche derzeit in Zusammenarbeit mit den Behörden der Mitgliedsstaaten das Ausmaß der Verunreinigung und die möglichen Auswirkungen für die Patienten, vermeldet die Bundesregierung.

„Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden öffentlich gemacht, sobald sie verfügbar sind“, ist in der Antwort zu lesen. Diese würden Grundlage für etwaige zu treffende Maßnahmen sein.

Eine Woche hat die Bundesregierung Zeit, auf eine schriftliche Frage zu antworten. Jedes Mitglied des Bundestages darf monatlich bis zu vier Fragen zur schriftlichen Beantwortung an die Bundesregierung richten. Davon machte auch Kordula Schulz-Asche, Gesundheitsexpertin der Grünen, Gebrauch; die Antwort steht noch aus.

Der EU-weite chargenbezogene Rückruf Valsartan-haltiger Arzneimittel ist hierzulande inzwischen weitgehend abgeschlossen. Mehr als ein Dutzend Unternehmen haben ihre Arzneimittel zurückgerufen. Vom Rückruf betroffene Hersteller haben bereits Lieferengpässe gemeldet, einige werden bis zum Sommer 2019 andauern. Die FDA reagierte vor wenigen Tagen und startete ebenfalls einen Rückruf.

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