Länder wollen Großhandelshonorar prüfen

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Berlin - Seit acht Jahren kämpft der Arzneimittelgroßhandel mit den Folgen des AMNOG-Spargesetzes. 2011 wurde den Großhändler die Marge um 200 Millionen Euro gekürzt. Als einzige Gruppe in der Kette der Arzneimittelversorgung hat der Großhandel seitdem keine Honorarerhöhung erhalten. Alle Appelle des Phagro prallten bei der Politik ab. Jetzt nimmt sich der Bundesrat der Sache an: In Zusammenhang mit der Beratung des Apothekenstärkungsgesetzes und der dazu gehörenden Verordnungen fordern die Gesundheitsminister der Länder die Bundesregierung auf, das Großhandelshonorar auf den Prüfstand zu stellen.

„Der Bundesrat bittet, das nach § 78 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 Arzneimittelgesetz (AMG) zuständige Bundesministerium zu prüfen, ob die Vergütung des vollversorgenden pharmazeutischen Großhandels noch ausreichend ist, um dauerhaft die bedarfsgerechte und kontinuierliche Belieferung der deutschen Apotheken gewährleisten zu können“, heißt es in der Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses der Länder für die Bundesratssitzung am 20. September. Zuständig für die Arzneimittelpreisverordnung ist das Bundeswirtschaftsministerium, dass die AMPreisV „im Einvernehmen“ mit dem Bundesgesundheitsministerium regelt.

Durch die Änderung des Großhandelszuschlags mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) des Jahres 2011 sollten die GKV-Arzneimittelausgaben jährlich um rund 200 Millionen Euro entlastet werden, heißt es in der Begründung der Beschlussempfehlung. Die Kosten im pharmazeutischen Großhandel seien seither gestiegen. Davon sei auch in Zukunft auszugehen. „Grund dafür sind unter anderem erhöhte Anforderungen an den Betrieb durch die EU-Leitlinien zur guten Vertriebspraxis und die EU-Fälschungsschutzrichtlinie, die stetige Zunahme von handlungsintensiven Arzneimitteln (beispielsweise Kühlartikel oder Betäubungsmittel), hochpreisigen Arzneimitteln sowie der Anzahl der Rabattverträge“, so die Empfehlung.

Während die Vergütung der Apotheken mit den Gesetzes- und Verordnungsänderungen zur Sicherung der Vor-Ort Apotheken erhöht werden sollten, würden die Einsparungen durch das AMNOG bei den Großhandlungen nicht kompensiert. Die Gesundheitsminister der Länder bitten daher das BMWi zu prüfen, „ob die Großhandelsvergütung an die steigenden Kosten anzupassen ist, um den öffentlich-rechtlichen Versorgungsauftrag, die bedarfsgerechte flächendeckende Versorgung der Apotheken mit Arzneimitteln, auch weiterhin sicherstellen zu können“.

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