Kassenabschlag spart Kassen 1,14 Milliarden Euro

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Berlin - Mit dem Kassenabschlag haben die Apotheken die Krankenkassen im Jahr 2019 erneut über eine Milliarde Euro eingespart – 1,14 Milliarden Euro. Das waren 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit liegen die Apotheker hinter der Pharmaindustrie bei den Ersparnissen auf dem zweiten Platz. Für das Jahr 2019 beliefen sich laut Iqvia die Bruttoausgaben der GKV für Arzneimittel auf 49,1 Milliarden Euro. Nach Abzug von Rabatten, Zwangsabschlägen und Patientenzuzahlungen betrug der Netto-Wert der Ausgaben 35,9 Milliarden Euro. Patienten, pharmazeutische Hersteller und Apotheken entlasten die gesetzlichen Krankenkassen somit um rund 27 Prozent der Kosten.

Die Netto-Ausgaben der Krankenkassen sind 2019 laut Iqvia somit um 4,6 Prozent gegenüber 2018 angestiegen. Den größten Anteil der Einsparungen in Höhe von 9,8 Milliarden Euro erbringen die pharmazeutischen Hersteller über die gesetzlich vorgeschriebenen Abschläge, vertraglich vereinbarte Rabatte mit Krankenkassen sowie verhandelte Erstattungsbeträge für AMNOG Produkte. Dabei liegt allein der Wert der Rabattvertragseinsparungen um 10 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Einsparungen aus verhandelten Erstattungsbeträgen nach AMNOG stiegen um 37 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Rabattverträge ersparten den Kassen knapp fünf Milliarden Euro Ausgaben.

Im Jahr 2019 addieren sich die verschiedenen Herstellerzwangsabschläge nach §130a SGB V zur Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung auf 1.7 Milliarden Euro und sind damit in den letzten vier Jahren stabil geblieben. Dabei stehen in 2019 im Vergleich zum Vorjahr aus dem Inflationsausgleich resultierende Rückgänge beim Preismoratoriums-Rabatt (-25 Prozent) Steigerungen beim „Standard-Rabatt“ (+5,2 Prozent) und beim Generika-Rabatt (+6,7 Prozent) gegenüber. Die Zuzahlungen der Patienten betrugen rund 2,2 Milliarden Euro.

Mit einem Teil des im Juni durch die Bundesregierung verabschiedeten Konjunkturpaketes soll gezielt der Gesundheitssektor gefördert werden. So fließen 9,75 Milliarden in verschiedene Bereiche wie die Patientenversorgung in Krankenhäusern, die Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffes und die hiesige Arzneimittelstandortförderung. Auch die am 29. Juni 2020 im Rahmen des „Zweiten Corona-Steuerhilfegesetzes“ verabschiedete Mehrwertsteuersenkung für das zweite Halbjahr 2020, führt zu einer finanziellen Entlastung des Gesundheitssystems – insbesondere bei den gesetzlichen Krankenversicherungen. Legt man die GKV-Arzneimittelausgaben 2019 zugrunde, resultieren aus der niedrigeren Mehrwertsteuer laut Iqvia in diesem Bereich voraussichtlich Einsparungen von rund 580 Millionen Euro.

 

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