AMG-Novelle

Hersteller kämpfen um Direktvertrieb

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Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) ist mit dem Referentenentwurf für die 15. Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG) alles andere als zufrieden. Vor allem der vorgesehe Versorgungsauftrag für die Großhändler ist den Herstellern ein Dorn im Auge. Die Industrie muss laut Entwurf „im Rahmen ihrer Verantwortlichkeit eine bedarfsgerechte und kontinuierliche Belieferung vollversorgender Arzneimittelgroßhandlungen gewährleisten“. Direktbelieferungen oder spezielle Verträge mit ausgewählten Großhändlern wie das Exklusivvertriebsmodell von Pfizer könnten demnach problematisch werden.

Dagegen wehren sich die Pharmakonzerne: Der Hersteller müsse selbst die Entscheidung treffen können, ob er den Weg über den Großhandel wählt, ob er die Direktlieferung an die Apotheke vorzieht oder ob er beide Optionen nutzen will, sagte VFA-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer. „Jede Zementierung von Vertriebswegen durch den Gesetzgeber sehen wir deshalb kritisch. Eine wettbewerbliche Lösung, die es dem Markt überlässt, welche Liefermodelle sich künftig durchsetzen, wäre die bessere Lösung", so Yzer.

Den ursprünglich vom Bundesverband des Pharmazeutischen Großhandels (Phagro) vorgeschlagenen Logistikfestzuschlag hatte der VFA dagegen befürwortet. Die Verbände haben bis zum 16. Januar Zeit, ihre Stellungnahmen zum Entwurf abzugeben. Am 20. Januar findet in den Räumen des Bundesumweltministeriums in Bonn eine Besprechung statt.

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