Rx-Versandverbot

Hartmann: 1,5 Milliarden Euro mehr für Apotheken APOTHEKE ADHOC, 07.12.2018 12:41 Uhr

Berlin - Gut 1,5 Milliarden Euro mehr Honorar fordert der Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Sicherstellung und Weiterentwicklung einer hochwertigen, patienten- und zugleich zukunftsorientierten Arzneimittelversorgung durch inhabergeführte Vor-Ort- Apotheken. Entsprechende Vorschläge hat der BVDAK wenige Tage vor der ABDA-Mitgliederversammlung vorgelegt. Dort will Spahn seine Vorstellungen für den Apothekenmarkt präsentieren.

Damit komme der BVDAK der während der Expopharm von Bundesgesundheitsminister Spahn ausgesprochenen Aufforderung an die Apotheker nach. „Mit unseren Vorschlägen haben wir realistische und konstruktive Ansätze zur Weiterentwicklung des Apothekenmarktes unterbreitet. Diese sind in Ansehung des gesellschaftlichen, aber auch digitalen Wandels absolut zeitgemäß“, so der BVDAK-Vorsitzende Dr. Stefan Hartmann. Im Einzelnen sieht der BVDAK mit einer Erhöhung der Apothekenvergütung sowie der Erbringung und der angemessenen Honorierung von Dienstleistungen einen wichtigen Beitrag zur pharmazeutischen und wirtschaftlichen Stärkung als Voraussetzung für die politisch gewollte Beibehaltung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung über die Vor-Ort-Apotheken.

Grundsätzlich fest hält der BVDAK am Rx-Versandhandelsverbot als „einzige konsequente und auch im Koalitionsvertrag verankerte Reaktion auf die Entscheidung des EuGH. Sollte das Verbot politisch oder juristisch nicht durchsetzbar sein, sei „zwingend die Gleichpreisigkeit zwischen in- und ausländischen Apotheken über den Bundesrahmenvertrag zur Arzneimittelversorgung herzustellen. Verstöße gegen den Vertrag und damit gegen die Grundsätze des Solidarprinzips seien mit Ausschluss von der Versorgung oder durch konsequentes Retaxieren auf „NULL“ zu sanktionieren.

Kernforderung ist eine deutliche Erhöhung des Rx-Packungshonorars. Unabhängig von der Rx-Boni-Lösung sei die Apothekenvergütung zu erhöhen. Die Vergütung der Apotheken sei seit der Umstellung auf das heutige Vergütungssystem 2004 in nicht nennenswerter Höhe angepasst. Weder gestiegene Betriebskosten noch die Inflation oder erhöhter Aufwand durch Rabattverträge oder die gestiegenen Anforderungen aus der überarbeiteten Apothekenbetriebsordnung und der DSGVO seien berücksichtigt worden. Daher fordert der BVDAK eine zeitnahe Erhöhung des Honorars pro Packung um 1,80 Euro bei konstant bleibendem Kassenabschlag. Bei 730 Millionen Packungen im Jahr sind das 1,3 Milliarden Euro.

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