Hanke: Politik droht Abda wegen FFP2-Rabatten

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Berlin - Drohen den Apothekern künftig Honorareinbußen, weil sie jetzt Rabatte bei der Maskenverteilung geben? Das insinuiert zumindest die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg (AKBW). Laut deren Rundschreiben hat die Politik der Abda damit gedroht, die Apotheker bei Forderungen nach Honorarerhöhungen künftig abblitzen zu lassen. 

Noch immer kommen die Coupons zum Bezug von sechs FFP2-Masken in Phase 2 eher schleppend in den Apotheken an. Ob regionale AOK oder große Ersatzkasse – viele Versicherte warten noch immer auf ihre Berechtigungsscheine. „Die große Abgabewelle steht uns also erst noch bevor“, weiß man auch bei der AKBW.

Auch bei der Kammer befasst man sich derzeit intensiv mit der Frage befassen, ob die Apotheker auf die vorgesehene Eigenbeteiligung von 2 Euro verzichten dürfen. „In der Formulierung der Coronavirus- Schutzmaskenverordnung sehen einige Apotheker anscheinend Spielraum und somit Wettbewerbsmöglichkeiten.“ Tatsächlich handelt es sich bei der Eigenbeteiligung nicht um eine gesetzliche Zuzahlung und bei den Masken nicht um verschreibungspflichtige Arzneimittel. Entsprechend sind sich die Juristen einig, dass es zumindest nicht illegal ist, dem Kunden die 2 Euro zu erlassen.

So muss denn auch die Kammer feststellen, dass die Verordnung auch keinerlei Sanktionen bei Zuwiderhandlung gegen den Paragraphen mit der Eigenbeteiligung vorsieht“. Nicht verboten also, aber alles andere als gern gesehen, wie AKBW-Präsident Dr. Günther Hanke weiter ausführt. Die Problematik sei bereits bei den Politikern angekommen und löse „völliges Unverständnis“ aus. Der Tenor dieser Gespräche laut Hanke: „Dann habt ihr es also nicht nötig und wir werden zukünftig sehr restriktiv bei Wünschen nach mehr Honorar sein.“ Der Kammerpräsident nennt keine Namen, lässt aber blicken. „Dies wurde im ABDA-Gesamtvorstand bereits so konkret berichtet.“

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