Brief an Spahn

Einladung: Erst Apotheke, dann Mehlbeutelessen APOTHEKEK ADHOC, 03.04.2019 12:06 Uhr

Berlin - Kürzlich hat Apotheker Dr. Joachim Schrot gemeinsam mit seinen Kollegen Maximilian Wilke und Maria Zoschke einen Protestmarsch durchs Berliner Regierungsviertel organisiert. Rund 400 Menschen schlossen sich der Demonstration für den Erhalt der Apotheke vor Ort an. Doch damit nicht genug: Wenige Tage später schrieb Schrot einen offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und lud ihn in seine Apotheke ein. Spahns Antwort steht noch aus.

Kein Verständnis hat Apotheker Schrot nach wie vor dafür, dass Spahn mit seinem Apothekenpaket den Rx-Versandhandel nicht verbieten will. Daher möchte er Spahn in seiner Apotheke ganz persönlich vom Rx-Versandverbot (Rx-VV) überzeugen und demonstrieren, wie eine Landapotheke funktioniert. Schrots Brutkamp-Apotheke liegt in schleswig-holsteinischen Albersdorf, einer 3700 Bewohner kleinen Gemeinde 70 Kilometer von Hamburg entfernt.

Am 12. April gäbe es für Spahn eine günstige Gelegenheit für einen Besuch in seiner Brutkamp-Apotheke, schrieb Schrot: „Aus der lokalen Presse konnte ich entnehmen, dass Sie am 12. April beim Mehlbeutelessen der Jungen Union Dithmarschen als Ehrengast anwesend sein werden und über die ‚Zukunft der ländlichen Gesundheitsversorgung‘ sprechen werden. Das passt doch hervorragend. Meldorf ist nur knapp 15 Minuten mit dem Auto von meiner Apotheke entfernt. Wenn Sie vor der Veranstaltung noch ein wenig Zeit haben sollten, würde ich Ihnen gerne vor Ort zeigen wie eine durchschnittliche Landapotheke funktioniert, in der der Versand Botendienst genannt wird und noch am selben Tag der Bestellung bedingungslos stattfindet – fühlen Sie sich herzlich eingeladen. Darf ich mit Ihrem Erscheinen rechnen?“ Spahns Antwort liegt noch nicht vor. Da Spahn allerdings häufig auf persönliche Einladungen reagiert, rechnet sich Schrot Chancen aus.

Und falls Spahn nicht auf eine Stippvisite vorbeischaut, hat Schrot in einem ausführlichen Brief seine Sichtweise aufgeschrieben: Seine Brutkamp-Apotheke sei bezüglich Größe und Kundenzahl eher durchschnittlich: „Mir geht es dementsprechend durchschnittlich gut; ich nage weder am Hungertuch, noch kann ich mir ein Leben in unnötigem Luxus leisten“, so der Apotheker. Er schreibe nicht, um sich zu beschweren, sondern um die aktuelle Situation eines Durchschnittsapothekers sowie die momentanen Ängste und Sorgen zu schildern: „Ängste und Sorgen, die vor allem auf der bevorstehenden Liberalisierung des Arzneimittelmarktes zugunsten internationaler Großkonzerne wie Amazon, Zur Rose & Co gründen.“

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