Infektionsschutzgesetz

Bundestag berät Corona-Impfungen in Apotheken

, Uhr
Berlin -

Der Bundestag will noch in dieser Woche den Weg frei machen für Corona-Impfungen in Apotheken. Heute berät der Hauptausschuss über den Gesetzentwurf von SPD, Grünen und FDP. Am Freitag soll im Plenum abgestimmt werden. Eine Änderung gibt es bereits.

Auch Apotheken sollen in Kürze in die Impfkampagne einsteigen, darauf hatten sich Bund und Länder verständigt. „Aufgrund der derzeit bestehenden sehr hohen Nachfrage nach Auffrischungsimpfungen, aber auch der wieder steigenden Nachfrage nach Erst- und Zweitimpfungen ist eine schnelle Organisation und Durchführung der Auffrischungsimpfungen notwendig“, heißt es im Entwurf für das „Gesetz zur Stärkung der Impfprävention gegen Covid-19“. „Um diesen Bedarf bestmöglich und auch perspektivisch zu decken, werden zusätzlich zu Ärztinnen und Ärzten ausnahmsweise auch Zahnärzte und Zahnärztinnen, Tierärzte und Tierärztinnen sowie Apotheker und Apothekerinnen zur Durchführung von Schutzimpfungen gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 für einen vorübergehenden Zeitraum berechtigt, sofern sie die dafür erforderlichen fachlichen Voraussetzungen erfüllen, also insbesondere entsprechend geschult sind.“

In dieser Woche soll das Gesetz durch die parlamentarischen Beratungen gebracht werden. Nach der 1. Lesung im Plenum beschäftigt sich der Hauptausschuss mit dem Vorschlag; er führt die Ausschussgeschäfte, bis die eigentlichen Ausschüsse eingesetzt werden. Am Freitag steht die 2. und 3. Lesung an.

Impfungen in Apotheken seien nicht ungewöhnlich, sagte die SPD-Gesundheitsexpertin Sabine Dittmar. In anderen Ländern wie der Schweiz, Frankreich oder Italien seien sie in die Impfkampagne einbzogen. Dies sei notwendig, damit es „zügig vorangeht“. Sie erwarte auch, dass die Ärzt:innen von ihrem Delegationsrecht Gebrauch machten; Pflegekräfte könnten eine Unterstützung sein.

Impfung ab 12 Jahren

Laut Entwurf dürfen Apotheker:innen alle Personen, die das 12. Lebensjahr vollendet haben, gegen Covid-19 impfen – in der ursprünglichen Formulierungshilfe hatte die Altersgrenze bei 18 Jahren gelegen. Die Details sollen in einem neuen §20b im Infektionsschutzgesetz (IfSG) geregelt werden. Voraussetzungen sind, dass

  • sie hierfür ärztlich geschult wurden und ihnen die erfolgreiche Teilnahme an der Schulung bestätigt wurde und

  • ihnen eine geeignete Räumlichkeit mit der Ausstattung zur Verfügung steht, die für die Durchführung von Schutzimpfungen gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 erforderlich ist, oder der Zahnarzt, der Tierarzt oder der Apotheker in andere geeignete Strukturen, insbesondere ein mobiles Impfteam, eingebunden ist.

Im Rahmen der Schulung sollen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Durchführung der Schutzimpfung gegen Covid-19 vermittelt worden sein, insbesondere zur Aufklärung, Anamnese und Ausschluss akuter Erkrankungen oder Allergien. Außerdem müssen Notfallmaßnahmen bei eventuellen akuten Impfreaktionen beherrscht werden. Vermittelt werden muss auch, wie die Impfberatung aussehen muss und wie die erforderliche Einwilligung einzuholen ist.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
RKI registriert Höchststände bei Neuinfektionen und Inzidenz
RKI: Höchststände bei Neuinfektionen und Inzidenz»
Impfung in Schwangerschaft & Stillzeit
Booster drei Monate nach Grundimmunisierung»
Ärzte drohen mit Ausstieg aus Gematik
E-Rezept: KBV rechnet mit Spahn ab»
Dekra stellte Mängel fest
Masken-Rückruf war begründet»
Versandverbot für Notfallkontrazeptiva
Switch-Vorbild „Pille danach“?»