Ärztelobby

KBV: Gröhe zeigt Köhler an dpa/APOTHEKE ADHOC, 02.12.2015 14:15 Uhr

Berlin - Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat bei der Berliner Staatsanwaltschaft Anzeige gegen den ehemaligen Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, erstattet. Der Vorwurf lautet auf „Untreue in besonders schwerem Fall“. Das Ministerium bestätigte entsprechende Informationen der Süddeutschen Zeitung (SZ).

Das Haus von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hält Köhler demnach vor, neben einem stattlichen Gehalt einen regelmäßig gezahlten Mietkostenzuschuss von der KBV von netto 1500 Euro im Monat erhalten zu haben. Insgesamt habe sich der Zuschuss auf 96.000 Euro belaufen. Das BMG erstattete den Angaben zufolge jetzt Anzeige, weil die Gefahr der Verjährung bestand.

Köhler hatte im November 2013, kurz vor seinem 53. Geburtstag, einen schweren Herzinfarkt erlitten und war daraufhin von seinem Amt zurückgetreten. Er war gut neun Jahre lang Vorstandschef der KBV.

Für Ärger hatte vor gut einem halben Jahr Regina Feldmann gesorgt, die im KBV-Vorstand für die Hausärzte zuständig ist. Sie hatte angeblich im Alleingang das BMG aufgefordert, das Ruhegehalt Köhlers zu prüfen. Damals hatte der „Focus“ berichtet, dieses sei offenbar im September 2014 noch um etwa 10 Prozent angehoben worden – auf etwas mehr als 21.300 Euro im Monat.

Erst im September hatten die Kassenärztlichen Vereinigungen Westfalen-Lippe (KVWL) und Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) Strafanzeige gegen Köhler und den Vorsitzenden der KBV-Vertreterversammlung, Hans-Jochen Weidhaas, gestellt. Die KBV selbst hatte Medienberichten zufolge die Untreuevorwürfe untersuchen lassen.
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