Apothekerhaus

Millionen für Mendelssohn

, Uhr
Berlin -

47-Millionen D-Mark hatte die ABDA vor 15 Jahren für das Mendelssohn-Palais am Berliner Gendarmenmarkt bezahlt, inklusive Maklercourtage umgerechnet rund 24 Millionen Euro. Der Wert der Immobilie ist seitdem nicht gestiegen, sondern gesunken. Parallel musste die ABDA Millionenbeträge in Instandhaltungsmaßnahmen investieren. Weil trotz allem zu wenig Platz in den historischen Hallen ist, wurde auch für extern angemietete Büroflächen mittlerweile ein siebenstelliger Betrag ausgegeben. 

In die Bücher genommen wurde das Haus 2001 mit knapp 21 Millionen Euro. Nach den üblichen Abschreibungen waren davon Ende 2014 noch 16,8 Millionen Euro übrig. Auf einen ähnlichen Betrag kam ein Verkehrswertgutachten, das die ABDA Ende 2010 auf Drängen einiger Mitgliedsorganisationen in Auftrag gegeben hatte, als über den Erwerb des Nachbargrundstücks gesprochen wurde. Vier beziehungsweise sieben Millionen Euro hatte das Objekt also in nur neun Jahren an Wert eingebüßt.

Parallel musste die ABDA nicht nur jährlich eine Grundsteuer von 60.000 Euro zahlen, sondern auch massiv investieren. Denn der Brandschutz drohte offenbar, das Gebäude zuzusperren. Auf sechs Millionen Euro hatte Hauptgeschäftsführer Dr. Sebastian Schmitz die anstehenden Kosten für Brandschutz und Rettungswege beziffert. Dazu kämen 2,5 Millionen Euro, die in die Haustechnik und die technische Gebäudeausrüstung investiert werden müssten, hieß es.

Obwohl Schmitz alle Investitionen vermeiden wollte, die für einen potenziellen Käufer mit anderem Nutzungskonzept ohne Wert sein könnten, hat die ABDA alleine im vergangenen Jahr 4,11 Millionen Euro in Instandhaltungs-, Umbau- und Planungsmaßnahmen ausgegeben. Seit 2011 sind acht Millionen Euro für die Immobilien zusammengekommen, der größte Teil davon entfällt auf das Apothekerhaus in Berlin. Ausgeschrieben wurden die Arbeiten dem Vernehmen nach nicht. Anders als in den neuen Compliance-Richtlinien vorgesehen, wurde einfach der frühere Architekt beauftragt.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
„Mühsame Wege der Arzneimittelbeschaffung“
Wegen Impfungen in Apotheken: KBV fordert Dispensierrecht »
Von der Facebook-Gruppe zum Verein
Syrische Apotheker:innen formieren sich »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»