Apothekerlobby

ABDA: Umzug, Fusion, 5 Prozent mehr Geld

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Berlin -

Die ABDA strukturiert um, zieht um und genehmigt sich mehr Personal. Obwohl alle drei Vorhaben Geld kosten, sind die Reihen nach außen geschlossen: Nach dem Geschäftsführenden Vorstand stimmten auch die Kammerpräsidenten und Verbandschefs heute in Berlin für die Investition in die eigene Dachorganisation. Diese soll dadurch „zukunftsfest gemacht und auf die Herausforderungen der nächsten Jahre vorbereitet werden“.

Laut ABDA kann das Apothekerhaus in der Jägerstraße eine effektive Arbeit räumlich wie funktional nicht mehr gewährleisten. Entsprechend habe der Gesamtvorstand eine Empfehlung für den Erwerb einer wertstabilen Immobilie in der Nähe des Hauptbahnhofes ausgesprochen. Der neue Standort soll die benötigten Büro- und Sitzungskapazitäten langfristig abdecken.

Die endgültige Entscheidung hat die Mitgliederversammlung. Folgen die Vertreter der Kammern und Verbände ihren Vorsitzenden am 1. Juli, zieht die ABDA zunächst zur Zwischenmiete um. Denn der anvisierte Standort kann frühestens Anfang 2018 bezogen werden.

Bis dahin soll die Geschäftsstelle „aus wirtschaftlichen Erwägungen“ in angemieteten Büroräumen untergebracht werden, und zwar in 1A-Lage an der Ecke Friedrichstraße/Unter den Linden. Schon im Juli könnten die Kisten gepackt werden. Die Immobilie in der Jägerstraße wird dann voraussichtlich veräußert.

Zugestimmt hat der Gesamtvorstand auch dem Haushalt für 2016, der ein deutliches Wachstum von 5 Prozent beinhaltet. Die Ausgaben steigen damit um 800.000 Euro auf 16,9 Millionen Euro. Vorgesehen ist unter anderem ein „leichter personeller Aufwuchs“ im Bereich E-Health/Telematik. Dadurch sollen die entscheidenden Fragen der Gesundheitspolitik der nächsten Jahre qualifiziert bearbeitet und der Service gegenüber den Mitgliedsorganisationen verbessert werden.

Auch beim Haushalt hat die endgültige Entscheidung die Mitgliederversammlung. Dagegen sieht man in der Jägerstraße keine Notwendigkeit, die Mitgliedsorganisationen bei der geplanten Fusion der beiden wirtschaftenden Töchter WuV und Govi einzubeziehen. Der Geschäftsführende Vorstand hatte gestern die entsprechenden Schritte beschlossen, deren Hintergründe nach wie vor im Dunkeln liegen.

Ein Gutachten der Unternehmensberatung KPMG beziffert alleine die steuerlichen Kosten auf 500.000 Euro bis 3 Millionen Euro. Dazu kommen erhebliche Mehrausgaben im operativen Betrieb, die nach Beobachtern kaum durch Synergien zu rechtfertigen sind. Bei der ABDA vertritt man die Ansicht, dass die wirtschaftenden Töchter als Teil der Vermögensverwaltung nicht zum Haushalt gehören und damit nicht zustimmungspflichtig sind. Laut KPMG-Gutachten ist der Govi-Verlag rund 32 Millionen Euro wert, die WuV sogar knapp 84 Millionen Euro.

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