Zuzahlungen

AOK Nordwest bittet Patienten zur Kasse Lothar Klein, 07.04.2018 08:39 Uhr

Berlin - Im Windschatten der ab 1. April gültigen neuen Festbeträge und Rabattverträge bittet die AOK Nordwest ihre Versicherten verstärkt zur Kasse. Nach Angaben von Apotheker Gunnar Müller von der Sonnen Apotheke in Detmold wurde für das Arzneimittel Salbuhexal der bisherige freiwillige Verzicht auf Zuzahlung durch die Kasse gestrichen. Jetzt werden mindestens fünf Euro fällig. Ob die AOK für weitere Rabattarzneimittel den freiwilligen Zuzahlungsverzicht aufgehoben hat, ist nicht bekannt. Die Kasse verweigert auf eine entsprechende Anfrage die Antwort.

„Patienten der AOK Nordwest werden schlechter gestellt“, so Müller: „Bislang ist die AOK Nordwest eine der Kassen gewesen, die zugunsten ihrer Patienten auf Zuzahlungen verzichtet hat. Diese Linie wird jetzt offenbar verlassen.“ Dies gilt laut Müller auch für ein weiteres Rabattarzneimittel: Bis zum 31. März wurde ausschließlich Pantoprazol des Herstellers Pensa im Rabattvertrag geführt, seit 1. April sind drei neue Firmen Vertragspartner: Puren, Heumann und Aristo. Das Arzneimittel von Aristo ist zuzahlungspflichtig. „In ähnlichen Fälle hat die AOK Nordwest früher die Zuzahlung aus Gründen der Gleichbehandlung der Hersteller erlassen“, so Müller.

Die AOK antwortet nur ausweichend auf die Anfrage von APOTHEKE ADHOC zu diesen Sachverhalten: „Die von Ihnen angefragten Arzneimittel Salbuhexal und Pantoprazol Aristo sind Teil der 19. Rabattwelle, die zum 1. April 2018 neu gestartet ist. Arzneimittel werden gesetzlich von der Zuzahlung befreit, wenn ihr Abrechnungspreis mindestens 30 Prozent unterhalb des Festbetrags liegt. Außerdem können rabattierte Arzneimittel im Ermessen der jeweiligen Krankenkassen von der Zuzahlung befreit werden. Die zu erbringenden Zuzahlungen unserer Versicherten werden regelmäßig angepasst. Der Grundsatz dabei ist, dass unsere Versicherten beim Bezug eines Rabattarzneimittels im Bereich ihrer Zuzahlungen nicht schlechter gestellt werden, als beim Bezug eines vergleichbaren Präparats.“

Mit Blick auf den 1. April hatte auch die ABDA auf höhere Zuzahlungen hingewiesen. Von den mehr als 70 Millionen GKV-Patienten müssen viele mit einem Anstieg der gesetzlichen Zuzahlungen für rezeptpflichtige Arzneimittel rechnen. Wo bisher keine Zuzahlungen anfallen, können dann 5 bis 10 Euro pro verordnetem Medikament fällig sein, die von den Apotheken für die Krankenkassen eingezogen werden, teilte der Deutsche Apothekerverband (DAV) mit.

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APOTHEKE ADHOC Debatte

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