AOK: Keiner spart mehr

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Berlin - Keine andere Krankenkasse spart infolge der im Jahr 2007 eingeführten Rabattverträge so viel wie die AOK. Allein im ersten Halbjahr konnten die elf AOKen mehr als 678 Millionen Euro einsparen, das sind etwa 5 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Pünktlich zum 1. Oktober tritt die Tranche XX in Kraft.

„Im Krankenkassenvergleich schneidet die AOK-Gemeinschaft besonders erfolgreich ab“, freut sich der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Herrmann. Zwar seien die Arzneimittelausgaben der Kassen um 3 Prozent je Versichertem gestiegen, doch nicht für die AOK: Denn die „liegt mit 1,4 Prozent deutlich unter diesem Wert“. Hier zahlt sich laut Hermann das effiziente Versorgungsmanagement der AOK aus. „Die Ausgaben für Arzneimittel steigen immer weiter an. Nach wie vor können die Hersteller patentgeschützter Arzneimittel im ersten Jahr astronomische Mondpreise verlangen“, so Hermann. „Mit den Rabattverträgen im Marktsegment der patentfreien Arzneimittel existiert ein effizientes Instrument, das unsere Versicherten und die Arbeitgeber als Beitragszahler nachhaltig entlastet.“

2017 konnten die Kassen Rabatte von mehr als vier Milliarden Euro erzielen. Auf die elf AOKen entfielen 1,7 Milliarden Euro. Die Einsparungen sollen für innovative Versorgungsformen zur Verfügung stehen. Laut AOK sorgen die Rabattverträge nachhaltig für Wettbewerb unter den Generikaherstellern – ohne Qualitätsverlust in der Arzneimittelversorgung.

Die Rabattverträge der AOK decken zwei Drittel des Generikamarktes ab. Die Verträge gelten insgesamt für 285 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen in insgesamt 291 Fachlosen bei einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von schätzungsweise 5,6 Milliarden Euro.

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