21. Rabattvertrags-Tranche

AOK: „Pharmaindustrie geht es ganz hervorragend“ Nadine Tröbitscher, 25.07.2018 13:04 Uhr

Berlin - Rabattverträge als Wettbewerbsgarant: Die AOK schreibt aktuell die 21. Tranche aus und somit die bislang umfangreichste. Unter dem Hammer sind 121 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen. Der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christoph Hermann, sieht Arzneimittelrabattverträge als „effektives Steuerungsinstrument“.

„Der Pharmaindustrie geht es weiterhin ganz hervorragend“, sagt Hermann und blickt dabei auf die von Ernst & Young veröffentlichte Marktanalyse. Demnach erzielte die Pharmaindustrie im Vergleich zu anderen Branchen „nach wie vor außerordentlich hohe Renditen“.

„Ernst & Young geht davon aus, dass sich allein der Pharmamarkt in Deutschland von rund 32 Milliarden Euro im Jahr 2015 bis zum Jahr 2030 auf schätzungsweise 63 Milliarden Euro in etwa verdoppelt“, so Hermann. Zwar teilten sich vor allem die großen Hersteller den Markt, jedoch sieht Hermann in der Ausschreibung von Rabattverträgen das „einzige effektive Steuerungsinstrument, das auch kleineren Herstellern Marktzugang verschaffen könne“. Vor allem Verträge im patentfreien Markt seien der Wettbewerbsgarant auf diesem ansonsten völlig verkrusteten Markt, so der AOK-Vorstandsvorsitzende.

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (BAH), Dr. Hermann Kortland, widerspricht Hermann: „Arzneimittelrabattverträge sind kein nachhaltiges Steuerungsinstrument, sondern ein Preisdiktat zulasten einer guten Arzneimittelversorgung. Sie bieten keinerlei Vorteile für kleinere Hersteller. Im Gegenteil: Gerade diese leiden unter dem hohen Rabattdruck. Fakt ist: Arzneimittel-Hersteller und insbesondere der Mittelstand macht eine Vielzahl von Steuerungsinstrumenten zu schaffen – wie Festbeträge, Herstellerabschläge und Rabattverträge. In diesem Zusammenhang ist auch der pauschale Vorwurf von hohen Renditen völlig deplatziert. Hier werden Umsätze und Gewinne vermischt. Wer verkrustete Strukturen aufbrechen will, sollte bei den Steuerungsinstrumenten ansetzen und diese hinterfragen. Das drei-Partner-Modell bei nur jedem 6. Fachlos ist eindeutig zu wenig. Dieses Modell ist im Sinne der Versorgungssicherheit bei jeder Ausschreibung erforderlich.“

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