Abda: Apothekenpflicht für Laientests

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Berlin - Die Abda begrüßt die geplante Abgabe von Antigen-Schnelltests an Laien zwar, weist aber auf den Beratungsbedarf zu Durchführung und Verhalten im Falle eines positiven Testergebnisses hin. In ihrer Stellungnahme zum dahingehenden Verordnungsentwurf empfiehlt sie deshalb, dass die Sars-CoV-2-Heimtests der Apothekenpflicht unterliegen sollten.

Die vorgesehene Abgabemöglichkeit für Sars-CoV-2-Tests zur Eigenanwendung durch Laien erscheine „grundsätzlich sachgerecht“, betont die Abda mit Blick auf die „Dritte Verordnung zur Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung im Rahmen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite“, die derzeit als Referentenentwurf vorliegt. Demzufolge sollen In-Vitro-Diagnostika zum Nachweis von Sars-CoV-2 in Eigenanwendung in Anlage 3 der Medizinprodukte-Abgabeverordnung aufgenommen werden, in der Tests aufgeführt sind, die nicht der Apothekenpflicht unterliegen. Bisher handelt es sich dabei ausschließlich um HIV-Schnelltests.

Optimal ist die Selbsttestung nach Sicht der Abda nicht. „Die beste Variante ist und bleibt zwar weiterhin, einen Corona-Schnelltest von einem kompetenten Heilberufler durchführen und auswerten zu lassen“, schreibt sie in ihrer Stellungnahme an das Bundesgesundheitsministerium (BMG). Und zwar nicht nur aus Gründen der Anwendung, sondern auch, damit der Meldeweg an die Gesundheitsämter schnell und sicher verläuft. „Wenn sich aber zusätzlich auch Privatpersonen selbst testen können, weil es geeignete Tests gibt, sollte dies ermöglicht werden. Apotheken werden diese Tests anbieten und kompetent dazu beraten.“ An jeden positiven Test zu Hause sollte sich allerdings ein sofortiger Anruf beim Hausarzt oder beim Gesundheitsamt anschließen.

Angesichts der „bislang fehlenden praktischen Erkenntnisse über den Umgang von Laien mit derartigen Tests und der mit ihnen verbundenen Risiken“ sei allerdings eine institutionell abgesicherte, abgabebegleitende Beratung in Apotheken sinnvoll. „Tests zur Eigenanwendung werden voraussichtlich aufgrund ihrer Funktionsweise mit einem vergleichsweise höheren Anteil falsch-negativer Testergebnisse als bisherige Tests verbunden sein“, vermutet die Abda. Dieser Anteil werde umso höher ausfallen, je mehr unbeabsichtigte Fehler bei der Anwendung der Tests durch die Kunden auftreten. „Nach unserer Einschätzung sind auch diese Tests mit durchaus nennenswerten Schwierigkeiten bei ihrer Anwendung verbunden, welche ihre korrekte Benutzung nicht ohne weiteres als gesichert erscheinen lassen.“

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