Weko bringt Lolly-Antigentest | APOTHEKE ADHOC
Nach Abstrich folgt Lutschen

Weko bringt Lolly-Antigentest

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Berlin -

Immer mehr Anbieter bringen Antigen-Schnelltests auf den Markt, die ganz ohne Nasen-Rachen-Abstrich zurechtkommen. Auch die Firma Weko bietet eine neue Testmethode an: Die Lolly-Variante soll insbesondere für Kinder und Menschen mit Handicap geeignet sein. Es bestehe keine Verletzungsgefahr. Bei einer Freigabe für den Laien ist diese Variante laut Hersteller sehr sicher in der Durchführung.

Die PCR-Methode wird weiterhin der Goldstandard bei der Testung auf Sars-CoV-2 bleiben, da sind sich die Hersteller einig. Doch Schnelltests bieten eine gute Ergänzung zur zeitaufwendigeren Laborauswertung. Da der Nasen-Rachen-Abstrich für die meisten Menschen eher unangenehm ist, feilen die Hersteller von In-vitro-Diagnostika weiter an Alternativen. Der Verzicht auf den nasopharyngealen Abstrich stellt auch in Aussicht, dass der Test für die Abgabe an den Laien freigegeben werden könnte. Weko hat nun den bereits erhältlichen Corona-Spucktest erweitert und einen Lutschtest entwickelt.

Lutschen anstatt Spucken

Der Sputum-Schnelltest von Weko unterscheidet sich von bereits am Markt erhältlichen Spucktests. Der Anwender muss keinen tiefsitzenden Speichel durch Räuspern hochholen, es muss lediglich auf dem beigelegten „Abstrich-Lolly“ gelutscht werden. „Der größte Vorteil eines Speicheltests gegenüber dem Abstrich-Test ist die sehr einfache Anwendung“, erklärt das Unternehmen. „Der Speicheltest ist so simpel, dass dieser fast von jedem selbst durchführt werden kann.“ Nach zehn Sekunden kann der Lutscher aus dem Mund genommen werden und mit der beiliegenden Lösung gemischt werden.

Nach sorgfältigem Spülen des Lollys ähnelt der Sputum-Test allen anderen Antigen-Schnelltests. Die Lösung muss auf die Testkassette aufgetragen werden. Nach zehn Minuten wird das Ergebnis angezeigt. Die Sensitivität des Produktes liegt bei knapp 94 Prozent, die Spezifität bei über 99 Prozent. Die Sensitivitätswerte der Speichel-Antigen-Schnelltests sind im Vergleich zu den Abstrich-Antigen-Schnelltests immer ein wenig niedriger. Die Sensitivität ist der Anteil der Personen mit positivem Testergebnis unter den Infizierten. Das bedeutet, dass bei dem vorliegenden Speichel-Test mit einer Sensitivität von knapp 94 Prozent also 94 von 100 Infizierten erkannt werden. Sechs Infizierte bleiben unerkannt.

Der Test sei in seiner Durchführung sehr simpel: „Es besteht keine Gefäßverletzungsgefahr, und der Vorgang ist völlig schmerzfrei. Somit ist dieses neue Verfahren besonders geeignet für Senioren, Menschen mit Handicap sowie Kinder.“ Insbesondere Kinder scheuen den Abstrich: Bei wiederholter Testung haben sie häufig Angst. Ängstliche Patienten neigen dazu, dass sie zurückzucken oder ruckartige Bewegungen ausführen. Solche Reaktionen können zum einen das Verletzungsrisiko steigern, zum anderen das Testergebnis verfälschen. Denn auch die Antigen-Schnelltests mittels Abstrich können die angegebenen Sensitivitäts- und Spezifitätswerte nur bei korrekter Anwendung einhalten. Auch demente Personen profitieren von dem Lolly-Test, so Weko. Auch diese Patientengruppe neigt zur Ängstlichkeit. Unter Umständen sind die Patienten nicht gewillt, die Testung durchführen zu lassen. Der Lutschtest kann eine Alternative mit besserer Compliance darstellen.

Auch für Laien geeignet

Weko sieht das Einsatzgebiet somit vor allem in Alten- und Pflegeeinrichtungen. Doch auch Schulen und Kindertagesstätten könnten den Lutschtest risikofrei durchführen. Auch Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Obdachlosenunterkünfte könnten von dem neuartigen Lolly profitieren. Sollte die Freigabe der Schnelltests an Laien erfolgen, sei der Test eine optimale Variante für den Endverbraucher, so Weko. Die korrekte Durchführung sei einfach und ohne vorherige Schulung möglich.

Eine Pharmazentralnummer für den Verkauf über Apotheken hat das Unternehmen beantragt. Ab dem 15. Februar soll die Listung in der Taxe erfolgen. Auch eine Aufnahme in die BfArM-Liste wurde beantragt. Aktuell kann der Test über Weko direkt bezogen werden. Pro Verkaufseinheit sind 20 Tests enthalten. Seit dem 17. Januar können bei Weko Vorbestellungen getätigt werden. Hergestellt wird der Test in China.

 

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