Schmerzmittel

Hörverlust durch Ibuprofen und Paracetamol

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Berlin -

Ein Hörverlust kann die Lebensqualität beeinflussen. Der Eintritt kann sowohl plötzlich als auch schleichend sein und verschiedene Ursachen haben. Frauen, die häufiger als zweimal pro Woche Schmerztabletten einnehmen, haben ein erhöhtes Risiko. Den Beleg liefert eine Studie aus den USA.

In den USA ist Hörverlust unter der älteren Bevölkerung weit verbreitet, etwa zwei von drei Frauen ab 60 Jahren sind betroffen. Schon in früheren Studien hatte es Hinweise gegeben, dass häufig verwendete Schmerzmittel wie die nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Ibuprofen ototoxizisch sein können.

Eine Studie mit etwa 55.850 Amerikanerinnen konnte belegen, dass die regelmäßige Einnahme von NSAR zu einem erhöhten Risiko für einen Hörverlust führen kann. Die Patientinnen nahmen mindestens zweimal in der Woche über ein beziehungsweise sechs Jahre ein Schmerzmittel ein. Insgesamt konnten die Forscher etwa 5 Prozent der Hörverluste mit Paracetamol und Ibuprofen in Verbindung bringen. Je länger die Einnahme, desto höher das Risiko.

Nur für ASS konnte kein erhöhtes Risiko festgestellt werden. Die Ergebnisse wurden im „American Journal of Epidemology“ veröffentlicht. Eine prospektive Studie bei Männern konnte während der Verwendung von NSAR ebenfalls ein erhöhtes Risiko für einen Hörverlust belegen.

Schädigungen des Ohres können verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel eine reduzierte Gefäßversorgung der Cochlea – der Schnecke. Sind die feinen Haarzellen in ihrer Funktion gehemmt, können die Schallwellen nicht in elektrische Signale umgewandelt werden, die dann an das Gehirn weitergeleitet werden. Eine Reduktion von Gluthation kann ebenfalls das Gehör beeinträchtigen, denn die Aminosäure schützt das Ohr vor freien Radikalen. Fehlt das Antioxidans, ist die Schnecke anfälliger für Lärmschädigungen. Paracetamol und seine Metaboliten können den Forschern zufolge zudem durch antioxidativen Stress das Ohr schädigen.

In Deutschland leiden etwa 15 Prozent an einem Hörverlust, das Risiko steigt ab einem Alter von etwa 60 Jahren. Schädigungen des Ohres durch starke Lärmeinwirkung oder eine vorangegangene Mittelohrentzündung oder Altersschwerhörigkeit können mögliche Ursachen sein. Der Verlust kann temporär sein oder permanent auftreten.

Mediziner sprechen von einem Hörsturz, wenn das Hörvermögen um 30 Dezibel in drei aufeinander folgenden Frequenzen in weniger als drei Tagen vermindert wird. Ein Schwindel begleitet in 50 Prozent der Fälle den plötzlichen Hörverlust.

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