STIKO: Vier Stämme schützen besser

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Berlin -

Vier statt drei Stämme: Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) hat im Epidemiologischen Bulletin begründet, warum sie jetzt quadrivalente saisonale Influenzavakzine empfiehlt. Die Indikation für die Grippeschutzimpfung bleibt jedoch unberührt.

Für die saisonale Influenzaimpfung stehen trivalente (TIV) und quadrivalente inaktivierte (QIV) Vakzine zur Verfügung. Die Dreifachimpfstoffe enthalten zwei Influenza-A-Stämme und eine B-Linie. Vierfachimpfstoffe verfügen hingegen über eine zweite B-Linie und können mit den vier Antigenen einen potenteren Schutz bieten.

Aufgrund der großen genetischen Variabilität der Viren wird die Antigenkombination für die folgende Saison in jedem Jahr aufs Neue von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt. Die Experten berücksichtigen die Virusstämme, die vermutlich in der neuen Saison zirkulieren werden. In dieser Saison bestehen die trivalenten Impfstoffe gemäß der Empfehlung der WHO aus A/Michigan/45/2015 (H1N1) pdm09-ähnlichem Stamm, A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)-ähnlichem Stamm und B/Brisbane/60/2008- ähnlicher Stamm. Die quadrivalente Vakzine enthält zusätzlich B/Phuket/3073/2013-ähnlichem Stamm.

Die WHO spricht jedoch keine Empfehlung aus, welcher Impfstoff verwendet werden soll, dies obliegt den nationalen Entscheidungsgremien. Unter dieser Voraussetzung beschäftigte sich die STIKO für die Empfehlung mit vier wesentlichen Fragen: Wie hoch ist der Anteil der Influenzafälle, die durch Viren der nicht in TIV enthaltenen B-Linie verursacht werden? Gibt es Effektivitätsunterschiede zwischen TIV und QIV? Besteht eine Kreuzprotektion von TIV gegen die nicht enthaltene B-Linie? Wie unterscheidet sich die Verträglichkeit von TIV und QIV?

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