Stickstoffmonoxid gegen Covid-19

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Berlin - Stickstoffmonoxid ist farb- und geruchslos. Das Gas entsteht zum Beispiel bei Verbrennungsprozessen, unter anderem ist es in Autoabgasen enthalten. Für den Menschen ist es giftig. In geringen Dosierungen soll der Stoff nun gegen Covid-19 eingesetzt werden.

Einsatz bei Covid-19

Aktuell werden verschiedene Wirkstoffe gegen das Virus Sars-CoV-2 ausprobiert. Neben oralen oder intravenösen Therapien wird in den USA aktuell eine inhalative Therapie getestet. Covid-19-Patienten sollen Stockstoffmonoxid per Beatmungsgerät verabreicht bekommen, die Therapie ist nicht zugelassen. Rechtlich handelt es sich um eine sogenannte Compassionate-Use-Therapie. Hierdurch wird die Anwendung durch die US-Arzneimittelbehörde (FDA) erlaubt.

Wirkprinzip

Das Unternehmen Bellerophon Therapeutics, welches das Gas für medizinische Zwecke herstellt, hatte den Einsatz bei viralen Infektionen bereits früher getestet. Bei der Sars-Pandemie 2002/2003 konnte vom Unternehmen nachgewiesen werden, dass das Gas die Vermehrung des Virus verlangsamt. Stickstoffmonoxid unterbindet die Virusreplikation in hohem Umfang, sodass die Notwendigkeit einer Langzeitbeatmung reduziert werden kann. Diese Erkenntnisse sind in einer Studie festgehalten. Bellerophon hatte vor der aktuellen Corona-Krise eine großangelegte Phase-III-Studie bei Lungenfibrose geplant. Hier sollte das gesamte Beatmungssystem überprüft werden.

Das Unternehmen betont, dass das aktuelle Virus eine hohe genetische Ähnlichkeit zum damaligen Sars-Virus besitzt und eine Therapie mit dem Gas wirksam sein könnte. Bellerophon geht davon aus, dass die Progression der Symptome in den oberen Atemwegen verhindert werden könnte. Nicht nur Amerika setzt Stickstoffmonoxid zur Behandlung von Covid-19 ein, auch in China laufen aktuell Studien zum klinischen Einsatz des Gases.

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