Parkinson: Proteinablagerungen als Therapieansatz?

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Berlin -

Neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson und Multisystematrophie (MSA) gehen mit der Ansammlung sogenannter „Alpha-Synuclein-Proteine“ im Gehirn einher. Forscher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie (MPI-BPC) beschäftigten sich mit dem Aufbau dieser Proteine. Dabei konnte eine Vielfalt von Strukturen festgestellt werden, die möglicherweise einen neuen Angriffspunkt liefert.

Alpha-Synuclein-Proteine kommen natürlicherweise im Körper vor – und das sowohl an den Zellmembranen wie auch in gelöster Form im Zellinneren. Man geht davon aus, dass sie an der Signalübertragung zwischen den Nervenzellen beteiligt sind. Wenn die Proteine verkleben, entstehen längliche Verklumpungen im Inneren der Nervenzellen: Solche Aggregate sind häufig bei Hirnerkrankungen zu finden, die mit neurologischen Beeinträchtigungen einhergehen – wie beispielsweise Parkinson oder MSA. „Diese Ablagerungen tauchen nach und nach in diversen Hirnregionen auf. Sie sind ein typisches Krankheitsmerkmal“, erläutert Professor Dr. Markus Zweckstetter, Forschungsgruppenleiter am DZNE und am MPI-BPC. „Es gibt Hinweise dafür, dass diese Aggregate für die Nervenzellen schädlich sind und die Krankheitsentwicklung vorantreiben.“

Die Erkenntnis über solche Ablagerungen könnte ein möglicher Ansatzpunkt für neuartige Medikamente sein: Diese könnten das Zusammenlagern der Alpha-Synuclein-Moleküle verhindern oder bereits bestehende Aggregate auflösen. Um allerdings genaue Wirkmechanismen und Andockstellen zu finden, sind Daten über die genaue Feinstruktur – die sogenannte „Faltung“ – dieser Protein-Agglomerate nötig. Bisher gab es dazu nur Ergebnisse aus Laborexperimenten.

„Bislang hatte man den molekularen Aufbau von Aggregaten untersucht, die sozusagen im Reagenzglas hergestellt wurden. Wir haben uns die Frage gestellt, wie gut diese die Situation beim Patienten widerspiegeln“, erklärt Zweckstetter. Deshalb haben sich die Forscher die Aggregate angeschaut, die aus Gewebeproben von Patienten generiert wurden. Dabei wurde eng mit internationalen Partnern zusammengearbeitet: Die Gewebeproben stammen aus Australien, die Aggregate wurden in Südkorea hergestellt. In Göttingen wurden schließlich die Struktur-Untersuchungen durchgeführt.

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