Lebererkrankungen

Ocaliva bei primärer biliärer Zirrhose Nadine Tröbitscher, 13.12.2016 14:05 Uhr

Berlin - Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) empfiehlt eine Marktzulassung für Ocaliva (Obeticholsäure). Das Medikament bietet Patienten mit primärer biliärer Zirrhose (PBC) eine neue Therapieoption.

PBC ist eine seltene schwerwiegende, Autoimmunerkrankung der Leber. Ursache ist die Entzündung der kleinen Gallenwege. Die kleinen Kanäle transportieren Galle aus der Leber in die Verdauungsorgane. Sind sie infolge der Entzündung zerstört, wird Galle nicht abtransportiert und schädigt die Leber. Folgen können Leberzirrhose oder Lebertumore sein.

Die Erkrankung betrifft vor allem Frauen mittleren Alters. Patienten beschreiben Abgeschlagenheit, Juckreiz, Augen- und Mundtrockenheit sowie Gelenkbeschwerden. Eine Laboruntersuchung hilft bei der Diagnose – die alkalische Phosphatase (aP) ist bei den Patienten erhöht.

Die Therapie bezog sich bislang auf Ursodeoxycholsäure (UDCA), die natürliche Gallensäure wird auch zum Auflösen von Gallensteinen benutzt. Mehr als die Hälfte mit UDCA behandelten Patienten verzeichneten keine Besserung oder vertrugen das Medikament nicht. Ocaliva bietet mit der halbsynthetischen Obeticholsäure einen neuen Therapieansatz.
  • 1
  • 2

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema