Gallensäure gegen Fettleber

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Berlin -

Wissenschaftler von der Medizinischen Universität in Heidelberg haben eine Wirkstoffverbindung gegen nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen erfolgreich in einem Tierversuch getestet. Gemeinsam mit ihrem Team untersuchte Dr. Anita Pathil-Warth eine neue Verbindung aus Ursodeoxycholsäure (UDCA) und Lysophosphatidylethanolamid (LPE).

Die Ergebnisse zeigten, dass sich die neue Verbindung als Medikament eigne, so Pathil-Warth. Bislang werden Medikamente mit UDCA zur Auflösung von Gallensteinen und zur symptomatischen Behandlung der primär billiären Zirrhose eingesetzt. Eine US-Studie von 2004 habe gezeigt, dass UDCA alleine nicht ausreichend gegen Fettlebererkrankungen wirke, so Pathil-Warth. „Durch die Verbindung mit dem entzündungshemmenden Phospholipid LPE konnten wir die Schutzwirkung bei Mäusen verstärken.“

Dies gelang sowohl bei Fettleber in Verbindung mit Übergewicht als auch bei Fettleber als Folge einer Stoffwechselstörung: Die Werte besserten sich und die Fetteinlagerungen in denZellen gingen zurück. Die Entzündungsreaktionen klangen ab, wodurch eine Hepatitis gar nicht erst auftrat beziehungsweise ausheilte. Zu Nebenwirkungen sei es nicht gekommen, so Pathil-Warth. Welche Abläufe im Körper zur Entstehung von nicht-alkoholischer Fettleberhepatitis und -zirrhose führen, ist bislang nicht abschließend erforscht.

Etwa jeder fünfte Erwachsene in Deutschland leide an einer sogenannten nicht-alkoholischen Leberverfettung, sagt Pathil-Warth. Bei 20 Prozent der Betroffenen kann es zu Fettleber-Hepatitis , Leberzirrhose oder -krebs kommen. Zur Behandlung gibt es bislang keine Medikamente – Gewichtsreduktion und die Einstellung des Blutzuckerspiegels und Fettstoffwechsels sind derzeit die einzigen Behandlungsmethoden.

Nun werde an einer geeigneten Verabreichungsform gearbeitet, damit der Wirkstoff zukünftig – zunächst im Rahmen klinischer Studien – als Tablette eingenommen werden kann.“

 

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