Nebenwirkungen

Keine Depression durch Gestagen-Präparate APOTHEKE ADHOC, 28.02.2018 14:30 Uhr

Berlin - Kein Zusammenhang zwischen Gestagen-basierten Kontrazeptiva und Depression: Ein Forscherteam um Dr. Brett L. Worly aus Ohio widerlegte in einer im Fachjournal „Contraceptive“ veröffentlichten Studie bisherige Veröffentlichungen.

Das Team untersuchte die bis September 2016 in PubMed, Ovid und Web of Science veröffentlichten Studien zu Gestagen-basierten Kontrazeptiva und dem Auftreten einer Depression. Insgesamt wurden 26 Publikationen bewertet, darunter elf Kohorten-Studien, fünf randomisierte kontrollierte Studien und zehn Querschnittstudien. Ausgeschlossen wurden Fallstudien und Übersichtsartikel sowie andere psychiatrische Störungen.

Im Ergebnis konnten die Wissenschaftler „keine Assoziation auf der Grundlage validierter Maßnahmen“ zwischen der Anwendung von Gestagen-basierten Kontrazeptiva und dem Auftreten einer Depression feststellen.

  • Anhand von fünf Studien zu Progestin-haltigen Implantaten konnte kein Zusammenhang festgestellt werden.
  • Ein mittleres Risiko wurde bei Levonorgestrel-haltigen Intrauterinpessar (IUP) dokumentiert.
  • Für Medroxyprogesteronacetat (MPA) als intramuskuläre Injektion konnte ebenfalls kein Zusammenhang festgestellt werden.
  • Gleiches gilt für zwei Studien zu oralen Gestagen-Monopräparaten.
  • Lediglich eine Studie lieferte Hinweise auf die Entstehung einer Depression während der Einnahme einer Gestagen-haltigen Antibabypille oder der Anwendung eines IUP.

Dennoch lassen die Hinweise nicht auf ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Depression schließen.

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