Nur jeder fünfte ist geimpft

Influenza-Impflücken bei Chronikern

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Berlin -

Chronisch kranke Menschen haben ein höheres Risiko für schwere Influenza-Verläufe. Dennoch lässt sich noch lange nicht jeder mit einer Vorerkrankung gegen die saisonale Grippe impfen – lediglich jeder fünfte chronisch Kranke hat einen ausreichenden Impfschutz gegen Influenza. Mit Blick auf eine möglicherweise drohende zweite Corona-Welle im Herbst ist die Situation alarmierend.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Multiple Sklerose, COPD, Asthma, chronische Virus-Hepatitis, Diabetes mellitus oder Immundefekte – die Liste der chronischen Erkrankungen ist lang. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt bei Personen mit chronischen Vorerkrankungen eine jährliche Influenza-Impfung. Eine neue Auswertung des Versorgungsatlas vom Zen­tralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) ermittelt nun jedoch vor allem bei solchen Risikopatienten große Impflücken gegen Influenza. Die Daten stammen aus den vertragsärztlichen Abrechnungsdaten der Jahre 2009 bis 2018.

Unterschiede je nach Region und Vorerkrankung

Aus den Daten geht hervor, dass Frauen sich insgesamt häufiger impfen lassen als Männer. Einzige Ausnahme stellen dabei Patienten mit HIV dar – hier betrug die Impfquote bei den männlichen Patienten 43,4 Prozent, bei den Frauen waren es nur 36,6 Prozent. Bei jungen Patienten zwischen 20 und 29 Jahren waren die Impfquoten vergleichsweise niedrig. Mit zunehmendem Alter stieg auch die Impfquote an, am höchsten war sie bei den über 80-Jährigen. Insgesamt schwankten die Influenza-Impfquoten bei den chronisch Kranken je nach Vorerkrankung zwischen 19 und 44 Prozent.

Unterschiede gab es nicht nur in Bezug auf die jeweiligen Vorerkrankungen, auch regional zeigten sich große Schwankungen. In ostdeutschen Bundesländern waren die Quoten am höchsten – außer bei Patienten mit HIV. Sachsen-Anhalt ist Spitzenreiter, gefolgt von Brandenburg und Sachsen. In Berlin waren die Impfquoten zwar höher als in vielen westlichen Bundesländern, insgesamt lagen sie jedoch niedriger als in den anderen ostdeutschen Bundesländern.

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