Migränetherapie

FDA: Lasmiditan zur Akutbehandlung APOTHEKE ADHOC, 16.10.2019 14:50 Uhr

Berlin - Für die Prophylaxe von Migräneattacken stehen verschiedene Arzneimittel zur Verfügung. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat nun auch für die Akuttherapie einen Wirkstoff durch die Zulassung gebracht: Lasmiditan – ein Serotonin-Agonist – darf im Gegensatz zu Triptanen auch bei Patienten mit kardiovaskulären Risiken eingesetzt werden.

Die Zulassung durch die FDA führt für Erwachsene mit Migräne zu einer neuen Therapieoption: Bei leichten bis mittelschweren Attacken kommen Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol und nichtsteroidale Antirheumatika zum Einsatz. Bei starker Migräne reicht die Wirkung jedoch oft nicht aus. Als weitere Therapieoption standen bisher nur Triptane zur Verfügung: Diese dürfen aber aufgrund der gefäßverengenden Wirkung von vielen Patienten nicht eingenommen werden: Beispielsweise, wenn schwerwiegende vaskuläre Erkrankungen wie Angina pectoris oder auch verschiedene vaskuläre Risikofaktoren vorliegen. Gleiches gilt für Patienten, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben.

Lasmiditan zählt zu Gruppe der „Ditane“: Die Substanz bindet ebenso wie die Triptane an den 5 HT1F-Rezeptor, hat aber keine vasokonstruktiven Eigenschaften. Während die Triptane an mehreren Subtypen des Serotonin-Rezeptors binden, soll Lasmi­ditan ausschließlich den Subtyp 1F aktivieren. Der Wirkstoff darf daher auch bei Patienten mit kardiovaskulären Risiken eingesetzt werden. In zwei großen Phase-III-Studien konnte sich der Wirkstoff schon beweisen: Er war besser wirksam in der Akuttherapie eines Migräneanfalls als Placebo. Jedoch kann es unter der Behandlung zu zentralen Nebenwirkungen wie Benommenheit, Müdigkeit und Schwindel kommen.

Frühere Studien zeigten, dass Lasmiditan gefahrlos bei kardiovaskulären Risikopatienten eingesetzt werden kann. In den beiden Zulassungsstudien „Samurai“ und „Spartan“ wies die Mehrzahl der Patienten mindestens einen kardiovaskulären Risikofaktor auf, einige hatten auch kardiale Ereignisse in der Vorgeschichte. An den beiden Phase-III-Studien nahmen über 3000 Patienten im Alter von über 50 Jahren teil, die seit mindestens einem Jahr unter einer schweren Migräne litten mit drei bis acht Schmerz­attacken im Monat mit oder ohne Aura.

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