Nutzen und Risiken abwägen

Erhöhtes Sterberisiko durch Multivitaminpräparate?

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Berlin -

Multivitaminpräparate sind beliebt und erwecken bei vielen Kund:innen den Anschein, sich damit etwas Gutes zu tun. Ihr Nutzen für die breite Masse steht jedoch immer wieder in der Diskussion. Zu Recht, denn offenbar können Multivitaminpräparate die Lebenserwartung nicht steigern, sondern das Sterberisiko erhöhen, wie Forschende herausgefunden haben.

Etwa jede:r Dritte greift hierzulande laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) einmal pro Woche zu Vitaminen über Nahrungsergänzungsmittel (NEM). Denn Verbraucher:innen versprechen sich davon positive Effekte auf die Gesundheit und das Wohlbefinden. Doch die Einnahme von Vitaminpräparaten ist umstritten. Sie gilt meist nicht nur als unnütz, sondern kann auch gefährlich werden. Stichwort Überdosierung. Und damit nicht genug. Multivitaminpräparate lassen das Sterberisiko ansteigen, so das Ergebnis einer Untersuchung aus den USA.

Höheres Risiko statt höherer Lebenserwartung

Forschende der National Institutes of Health in Rockville, Maryland (USA) haben in einer Kohortenstudie mit mehr als 390.000 Teilnehmenden den Effekt von Multivitaminpräparaten auf das Sterberisiko untersucht. Dafür haben sie Daten aus insgesamt drei Studien herangezogen, bei denen Erwachsene entsprechende Präparate eingenommen hatten. Die Nachbeobachtungszeit betrug rund 20 Jahre. Überprüft wurde, ob die Einnahme mit einem verringerten Sterberisiko einherging oder nicht.

Das Ergebnis: Multivitaminpräparate waren nicht mit einem geringeren Sterberisiko verbunden – im Gegenteil. Wurden die Mittel täglich eingenommen, ließ sich sogar ein – wenn auch nur leicht – erhöhtes Sterberisiko feststellen. Konkret steigerte sich die Gefahr bei Anwender:innen um rund 4 Prozent.

„Diese Erkenntnisse legen nahe, dass die Einnahme von Multivitaminen zur Verbesserung der Lebenserwartung nicht empfohlen wird“, fassen die Autor:innen zusammen. Zugleich verweisen sie jedoch darauf, dass ihr Ergebnis nicht automatisch bedeute, dass die Präparate keine gesundheitlichen Vorteile für bestimmte Personengruppen wie beispielsweise ältere Menschen mit sich bringen könnten. Nutzen und Risiken müssten also genau abgewogen werden.

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