Regionaler Rückruf

EHEC-Erreger in Bio-Mehl

, Uhr
Berlin -

Rückrufe im Lebensmittelbereich gibt es häufiger. Zuletzt hatten Salmonellen in Ferrero-Produkten für großes Aufsehen gesorgt. Aktuell macht ein wesentlich kleinerer Rückruf die Runde: In Bayern werden regional verschiedene Mehlsorten zurückgerufen, die auf einem Bauernmarkt und in Hofläden verkauft wurden. Das Mehl ist mit EHEC-Erregern belastet, welche unter anderem zu Durchfällen führen können.

Der Mehl-Rückruf betrifft ausschließlich die Region rund um die Landkreise Neu-Ulm und Augsburg. Konkret sind drei regionale Unternehmen betroffen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gab eine entsprechende Warnung heraus.

Der Direktvermarkter Gerhard Labahn aus Bodenkirchen ruft eine Sorte Bio Weizenmehl zurück, welches lokal in Bodenkirchen und Eching/Biller auf dem Bauernmarkt abgegeben wurde. Auch ein Hofladen aus Landsberg am Lech und ein Mühlenladen aus Nersingen haben sich dem Rückruf angeschlossen. Die Mehle wurden nur regional vertrieben und waren vor allem in Metzgereien, Bäckereien und Hofläden erhältlich.

EHEC-Erreger: Woher kommt die Verunreinigung?

Grund für den Rückruf ist eine mögliche Verunreinigung mit EHEC-Erregern. Bei rohem Verzehr von mit dem Mehl hergestellten Produkten kann es daher zu gesundheitlichen Problemen kommen. Der Ursprung der Erreger sei auf tierische Exkremente zurückzuführen: Durch die Düngung mit Gülle kann es zu einer Kontamination kommen, auch Hundekot auf dem Acker könne das Getreide verunreinigt haben, so die Erklärung.

Welche Symptome sind möglich?

EHEC-Erreger (enterohämorrhagische Escherichia coli) befinden sich im Darm von Wiederkäuern wie Rindern und Schafen. Die Bakterien können spezielle Shigatoxine produzieren, welche beim Menschen zu Durchfallerkrankungen führen können. Eine Übertragung auf den Menschen kann durch roh verzehrte oder unzureichend erhitzte Lebensmittel erfolgen.

Im Fokus der Erkrankung steht wässriger Durchfall. Außerdem kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber kommen. Bei schweren Verläufen ist blutiger Durchfall möglich. Eine seltene Komplikation stellt das sogenannte „hämolytisch-urämische Syndrom“ (HUS) dar, welches vor allem bei Kindern auftreten kann: Dabei handelt es sich um eine Blutgerinnungsstörung, welche oft mit einer Funktionsstörung der Nieren einhergeht. Auch neurologische Symptome sind möglich.

Personen, die eines der betroffenen Mehle gegessen haben und schwere oder anhaltende Symptome entwickeln, sollten ärztliche Hilfe aufsuchen und auf eine mögliche EHEC-Infektion hinweisen. Ohne Symptome ist jedoch keine ärztliche Behandlung notwendig.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Mehr aus Ressort
Schlafprobleme bei Kindern möglich
Paracetamol: Gefahr in der Schwangerschaft? »
Diabetiker:innen bekommen Schwierigkeiten
Lieferengpass bei Insuman: Pen statt Patrone »
Fettleibigkeit verschlechtert die Prognose
Adipozyten fördern Brustkrebswachstum »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Keine Sicherheitsbedenken
Impfstoff-mRNA in Muttermilch»
Sars-CoV2-Arbeitsschutzverordnung verlängert
Hygienekonzept: Was gilt in Apotheken?»
Schlafprobleme bei Kindern möglich
Paracetamol: Gefahr in der Schwangerschaft?»
Diabetiker:innen bekommen Schwierigkeiten
Lieferengpass bei Insuman: Pen statt Patrone»
Fettleibigkeit verschlechtert die Prognose
Adipozyten fördern Brustkrebswachstum»
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
Kassen schicken Geldtransporter zu Apotheke»
Preisanpassung bei Apothekenserver
NGDA: Securpharm wird teurer»
Funktion der Immunzellen gestört
Zecken: Speichel hemmt Abwehr»
Limit für geringfügige Beschäftigung erhöht
Minijob: 70 Euro mehr verdienen»
A-Ausgabe Oktober
90 Seconds of my life»
Kompetenter Begleiter für alle Leser:innen ab 60
my life Senioren»
Das Kindermagazin der my life Familie
Platsch»
Debatte geht in die nächste Runde
EMA befürwortet Biosimilar-Austausch»
Jede Verordnungszeile einzeln
Mehrfachverordnungen: Wie wird beliefert?»
Was wird von der Kasse erstattet
Retaxgefahr: Sprechstundenbedarf auf Rezept»