Schwarzwald

Mit 24 die erste Apotheke Silvia Meixner, 20.09.2018 08:00 Uhr

Berlin - Nach dem Pharmaziestudium in Budapest wollte Dr. Pharm. Valentin Schlieper unbedingt zurück in die Heimat. Im Schwarzwald ergab sich die Möglichkeit, die Stadt-Apotheke in Bräunlingen zu übernehmen. Auch der ehemalige Chef steht noch in der Offizin.

„Meine Eltern sind Apotheker, ich bin in Hinterzarten aufgewachsen.“ Dort betreibt die Familie die Schwarzwald-Apotheke, eine klassische Landapotheke. Für Schlieper stand früh fest: Das wollte er auch machen. Weil die Abi-Noten nicht für den NC reichten, studierte er kurzerhand in Budapest. „Meine Eltern haben sich gefreut, dass ich mich für den selben Beruf entschieden habe“, erzählt er, „sie haben mir das Studium in Ungarn finanziert.“

Auf einen Studienplatz warten wollte der 24-Jährige nämlich nicht. „Der NC ist so hoch, dass ich mehrere Wartesemester gehabt hätte. Ich wollte das Studium so schnell wie möglich absolvieren. Wenn man gegenrechnet, wie viel Geld man verliert, weil man noch nicht als Apotheker arbeiten kann, rentiert sich die Investition ins Studium“, sagt er.

Rabatt gab‘s auch. Die Studiengebühren betragen 5000 Euro pro Semester, die Semmelweis-Universität gewährt erfolgreichen Studenten 10 bis 15 Prozent Nachlass. Die Uni besteht seit 240 Jahren, Pharmazie wird in deutscher Sprache unterrichtet. Das Studium in Ungarn hat ihn begeistert: „Der Schwerpunkt ist von der Chemie weg, hin zu Medizin.“ Ein weiterer Vorteil: Die Lebenshaltungskosten sind in Budapest deutlich niedriger als in Deutschland.

APOTHEKE ADHOC Debatte