Zwangspause

Minijobber statt Apotheker APOTHEKE ADHOC, 13.06.2018 09:01 Uhr

Berlin - Weil dem afghanischen Pharmazeuten Bahir Barna offenbar ein Dokument fehlte, entzog ihm die Bezirksregierung Düsseldorf im Juni 2017 kurzerhand die Praktikumserlaubnis. Seit einem Jahr kämpft Barna nun dafür, seine Gleichwertigkeitsprüfung absolvieren zu dürfen. Bisher vergeblich. Nun hat er Klage eingereicht.

Die Unterstützung der Facebook-Gemeinde war überwältigend. Mit einem Post, in dem der Inhaber der Bären-Apotheke in Erkrath, Wolfgang Wittig, vor einem Jahr von dem Fall erzählte, löste er eine Kommentarflut aus: In kurzer Zeit wurde es über 42.000 Mal geteilt und mehr als 3000 Mal kommentiert.

Und die Anteilnahme an dem Schicksal des Afghanen ist nach wie vor groß. Zuletzt bekam die Bären-Apotheke so viele Anfragen, was aus dem Mitarbeiter geworden ist, dass Wittig sich zu einem weiteren Facebook-Post entschloss. Doch gute Nachrichten klingen anders. Denn ein ganzes Jahr später kämpft Barna immer noch dafür, die Prüfung zur Anerkennung seiner ausländischen Approbation als Apotheker ablegen zu dürfen. Bisher ohne Erfolg. Nun hat Barna offenbar die Hoffnung aufgegeben, die Bezirksregierung von seiner Eignung zu überzeugen und hat Klage eingereicht.

Die Vorgeschichte: Der Afghane hat in Kabul Pharmazie studiert und wollte, wie viele seiner Berufskollegen, seinen Abschluss in Deutschland anerkennen lassen. Barna ließ nichts unversucht, um in seiner neuen Heimat Deutschland Fuß zu fassen. Als er ankam, sprach der 28-Jährige kein Wort Deutsch. In jeder freien Minute lernte er mit Hilfe seines Smartphones mit Youtube-Videos die fremde Sprache. Obwohl Barna bereits seit sieben Monaten sein Praktikum in der Bären-Apotheke absolvierte und sich auf seine Gleichwertigkeitsprüfung vorbereitete, entzog die zuständige Bezirksregierung dem Mann im Juni 2017 kurzerhand die Praktikumserlaubnis.

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