Moldawische Apothekerin

„Apotheker haben in Deutschland ein hohes Prestige“ Torsten Bless, 30.06.2018 09:19 Uhr

Berlin - „Es ist alles sehr ruhig hier – und so grau.“ Das sei ihr erster Eindruck von Burscheid gewesen, erzählt Nadejda Cojocaru. Die Moldawierin war in die nordöstlich von Köln gelegene 19.000-Einwohner-Stadt gereist, um sich bei Apotheker Andreas Winterfeld vorzustellen. Schon immer sei es ihr Traum gewesen, in Deutschland zu arbeiten, bekundet die 27-Jährige.

Erst habe sie Medizin studieren wollen. „Als Kind hatte ich ganz viele Pickel, deswegen wollte ich Hautärztin werden, aber das hat irgendwie nicht geklappt“, sagt Cojocaru. „Wenn du keine Verbindungen hast, ist es schwer, an einen Studienplatz zu kommen. Ich wollte aber unbedingt irgendetwas mit Gesundheit machen, egal was.“ Sie sah sich im Internet nach Alternativen um und fand einen Pharmazie-Studiengang an der Universität von Galati im benachbarten Rumänien. Dank ihrer von den Großeltern „vererbten“ doppelten Staatsbürgerschaft besitzt sie auch den rumänischen Pass, die Zulassung sei kein Problem gewesen. „Ich brauche für die anderen EU-Staaten auch kein Visum und keine Aufenthaltserlaubnis.“

In Rumänien oder Moldawien zu arbeiten, sei für sie aber nie eine Option gewesen. Alle Cojocaru-Geschwister haben ihr Glück im Ausland gesucht. „Sie leben in London, Hongkong, Portugal, eine Schwester studiert in Frankreich Medizin“, erzählt sie. „Wir sind überall, nur nicht in Moldawien.“ Und so ging auch Nadejda auf volles Risiko. Ihre Prüfungen legte sie auf englisch ab. Im Internet fand sie dann einen Platz für ihr Anerkennungspraktikum in einer Mannheimer Apotheke.

Der Start in der fernen Fremde sei holprig gewesen. „Ich konnte nur ein paar Worte Deutsch, ‚Guten Tag‘, ‚Auf Wiedersehen‘ und bis zehn zählen“, erzählt Cojocaru. „Am Anfang hatte ich fast gar keinen Kontakt mit Kunden und arbeitete nur in der Rezeptur. Ich musste immer wieder meine Kollegen fragen, wie der und der Stoff auf deutsch heißt.“ Das seien harte Zeiten gewesen, in denen auch mal die eine oder andere Träne geflossen sei, räumt sie ein. „Nach Feierabend belegte ich einen Deutschkurs am Goethe-Institut.“ Viel habe sie sich auch in der täglichen Apothekenpraxis und im Selbststudium angeeignet.

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