Stadt muss Luxus-Kitaplatz zahlen

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München/Ansbach - Überall in Deutschland suchen Eltern händeringend einen passenden Kitaplatz für ihr Kleinkind. Was tun, wenn die richtige Krippe sündhaft teuer ist? In München muss jetzt wohl die Stadt eine klagende Zahnarztfamilie finanziell unterstützen.

Eine junge Zahnärztin zieht mit Mann und Kind von Köln nach München und sucht nach einer Betreuungsmöglichkeit für den kleinen Sohn. Weil sie keinen passenden Platz in einer städtischen Einrichtung findet, wird das Kind in einer privaten Krippe angemeldet, einer modernen Luxus-Kita. Schließlich werden die Kinder dort nicht nur zweisprachig (deutsch und englisch) erzogen, es gibt auch Kinder-Yoga und Tanzkurse – für 1380 Euro im Monat. Zum Vergleich: Ein städtischer Platz kostet im Höchstfall um die 400 Euro.

Doch die Familie pocht auf das Recht des kleinen Kindes auf einen Betreuungsplatz und fordert die Stadt auf, die Differenz von fast 1000 Euro im Monat zwischen kommunaler Krippe und Luxus-Kita zu zahlen. Und nach Einschätzung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes hat sie auch völlig Recht damit.

Schließlich sei die Stadt „nicht in die Puschen gekommen“, sagt der Vorsitzende Richter Karl-Georg Mayer am Donnerstag in einer Zweigstelle des Gerichtshofes in Ansbach. Am 1. April 2014 habe die Familie einen Betreuungsplatz für das Kind haben wollen, zum 1. April sei aber keiner angeboten worden. Pech für die Stadt. „Da hätten sie bereits einen Platz reservieren müssen; am 1. April hätte der stehen müssen“, sagt Mayer. Zwar soll das Urteil den Prozessparteien erst in der kommenden Woche zugestellt werden. Der Richter lässt aber keinen Zweifel daran, wie es ausfallen wird.

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