Keinen Nachfolger gefunden? Investor rettet die Apotheke!

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Berlin - Thalgau ist ein österreichischer Landort wie aus dem Bilderbuch: Vor eine Alpenpanorama liegt die 6000 Seelen große Marktgemeinde beschaulich im grünen Tal. Landwirtschaft, Gastronomie, Ärzte und Altersheime gibt es für die zu großen Teilen bäuerliche Bevölkerung – mit der Apotheke wäre es aber beinahe knapp geworden. Die Nachfolgersuche auf dem Land ist in Deutschland und in Österreich gleichermaßen problematisch. Doch die Wartenfels-Apotheke konnte gerettet werden: Durch Konstruktionen, die es in Deutschland nicht gibt.

Und auch das ist in Österreich genauso: Die Apotheke auf dem Land ist mehr als nur eine Arzneimittelabgabestelle. „Wir sind hier ein Treffpunkt, da kriegt man einiges mit“, sagt die neue Geschäftsführerin Angelika Dietmann nicht ohne Stolz. Dass sie den Betrieb mit seinen zehn Mitarbeitern nun leitet, war bis vor kurzem keine ausgemachte Sache: Ihre Vorgängerin Kamilla Streussnig suchte einen Nachfolger, wurde aber nicht fündig. Dietmann, die seit der Eröffnung der Offizin im Jahr 2000 im Team ist, wäre als nächste Inhaberin eigentlich eine natürliche Wahl gewesen.

Doch eine Apotheke zu kaufen, kommt für sie nicht in Frage – zu hoch sei das Risiko. „Wenn man bedenkt, dass rund 30 Prozent der Apotheken in Österreich in den roten Zahlen sind, muss man schon ein großer Optimist sein, um eine Apotheke zu kaufen“, sagt sie. Hinzu komme die Konkurrenz durch die Drogerien und der Rx-Versand. Der ist zwar in Österreich verboten, aber von den Alpen aus hat man einen guten Blick auf Deutschland: „Man weiß ja nicht, was in fünf oder zehn Jahren ist“, sagt sie.

Das war auch Streussnig bewusst, die anderthalb Jahre nach einem Käufer gesucht hat – erfolglos. Das sie nicht darauf wetten konnte, dass sich das ändert, schloss sie einen Vorvertrag mit dem Privatgroßhändler Jacoby GM: Denn in Österreich ist zwar der Fremdbesitz verboten, Minderheitsbeteiligungen von bis zu 49 Prozent sind hingegen erlaubt. Die Apotheke wird dann normalerweise als KG betrieben. Der Apotheker haftet als Komplementär, der Investor ist als Kommanditist am Kapital beteiligt. Rund 200 der 1370 österreichischen Apotheken werden so betrieben. Oft ist es der Großhandel, der die Minderheitsbeteiligung übernimmt.

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