Depressionen durch Hormonspirale

Glaeske: „Das müsste Medizinern klar sein“ APOTHEKE ADHOC, 13.06.2018 17:36 Uhr

In der Sendung wird auf eine dänische Studie verwiesen. Ausgewertet wurden Daten von etwa einer halben Million Frauen. Das Ergebnis zeigt: Frauen, die hormonell verhüten, zeigen Anzeichen für Depressionen und Suizidgedanken und bekommen 70 Prozent häufiger Antidepressiva verordnet als Frauen, die nicht hormonell verhüten. „Frauen mit einer Hormonspirale sogar fast doppelt so häufig (90 Prozent häufiger)“, schreibt Stern TV.

Auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) prüft in einem Signalüberprüfungsverfahren einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Hormonspiralen und psychiatrischen Nebenwirkungen wie Angst, Panikattacken, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Unruhe. Betroffen sind Intrauterinpessare (IUP) mit Levonorgestrel (LNG).

Eine Studie des Erasmus University Medical Center Rotterdam konnte bei Trägerinnen von IUP in Stresssituationen feststellen, dass diese übermäßig Cortisol ausschütten und zudem die Herzfrequenz ansteigt. Die Ergebnisse zeigen: Levonorgestrel-haltige Spiralen können nicht nur lokal in der Gebärmutter wirken. Chronischer Stress gilt als wesentlicher Risikofaktor für die psychischen unerwünschten Arzneimittelwirkungen von Hormonspiralen. Die Ergebnisse wurden in „Psychneuroendocrinology“ veröffentlicht.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema