Syphilis-Warnung per SMS

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Berlin/Bochum -

Geschlechtskrankheiten in Deutschland nehmen zu, vermuten Experten. Doch weil Betroffene nicht darüber sprechen mögen, sind immer neue Infektionen schwer zu vermeiden. Das soll sich ändern.

Die Warnung kommt anonym per SMS oder E-Mail. „Ein/e Freund_in von Ihnen hat eine Syphilisinfektion und möchte, dass Sie sich testen und behandeln lassen.“ Es folgen eine Telefonnummer und der Hinweis „Vertraulich“. Solche kurzen Botschaften an bisherige Sex-Partner können Patienten des Zentrums für sexuelle Gesundheit und Medizin „Walk in Ruhr“ in Bochum seit diesem Sommer absetzen. Auf einer Webseite haben sie dafür unterschiedliche Formulierungen zur Auswahl. Wenn gewünscht, kann man Empfänger auch nur vage auf ein „mögliches Gesundheitsrisiko“ hinweisen.

Das Angebot zeigt: Auch in Zeiten, in denen Sex medial dauerpräsent ist, bleiben sexuell übertragbare Infektionen (STI) mit einem Stigma verbunden. Viele Betroffene trauten sich nicht, über ihre Beschwerden zu sprechen, sagt der Leiter des Zentrums, Professor Dr. Norbert Brockmeyer. Entsprechend wird in Deutschland seit wenigen Jahren wieder vor einer Zunahme von Erkrankungen gewarnt, die man teils schon überwunden glaubte. Dazu gehören Syphilis und Tripper (Gonorrhoe). Bei Syphilis steigen die Fallzahlen seit 2010 wieder deutlich an, insbesondere in Großstädten wie Berlin, Hamburg, Köln oder München und vor allem bei Schwulen.

Bei Tripper meldet zwar nur noch Sachsen Fallzahlen. „Da sieht man, dass die Zahlen schon nach oben schießen, ungebrochen, seit Jahren“, sagt Dr. Viviane Bremer, Expertin für sexuell übertragbare Infektionen am Berliner Robert Koch-Institut (RKI), im Vorfeld des Welttags Sexuelle Gesundheit am 4. September. „In ganz Westeuropa ist die Tendenz ähnlich, dass sexuell übertragbare Infektionen wieder eher zunehmen.“ Es mangele am Bewusstsein dafür in der Bevölkerung und insbesondere der Risikogruppe der unter 25-Jährigen, mit Ausnahme von HIV

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