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Infektionskrankheiten

Resistenter Tripper: Antibiotika versagen

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Berlin -

In Großbritannien hat sich ein Mann mit Gonokokken (Neisseria gonorrhoeae) infiziert, gegen die bislang kein Antibiotikum wirksam ist. Die behandelnden Ärzte sprechen vom schlimmsten Fall Tripper-Fall, der je dokumentiert wurde.

Im Normalfall kann Gonorrhoe durch die Kombination von Azithromycin und Ceftriaxon behandelt werden. Bei dem Patienten aus England, der sich laut BBC vermutlich Anfang des Jahres bei einem One-Night-Stand mit einer Frau in Südostasien angesteckt hat, versagen beide Mittel. Die Keime waren Azithromycin resistent, Ceftriaxon und die Folgebehandlung mit Spectinomycin schlugen ebenfalls nicht an: Trotz Therapie wurden Erreger im Rachen des Patienten nachgewiesen. Ob er geheilt werden kann, ist noch unklar. Die Mediziner testen derzeit das Reserveantibiotikum Erpatenem.

Bereits 2015 hatte es in der britischen Stadt Leeds eine Serie Azithromycin-resistenter Tripper-Fälle gegeben. Dass gar keines der beiden Mittel anschlägt, ist den Medizinern zufolge weltweit bislang einzigartig. Allerdings ist das Resistenzproblem bei Tripper im Grundsatz bekannt: Schon in der Vergangenheit mussten Ärzte bei der Behandlung von Tripper regelmässig Antibiotika wechseln. 2017 setzte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Neisseria gonorrhoeae auf die Liste von Erregern, gegen die am dringendsten neue Antibiotika gebraucht werden.

Gonorrhoe ist eine der am häufigsten übertragenen Sexualkrankheiten. Schmerzhafte Entzündungen von Harnröhre und Gebärmutterhals sind die häufigsten Symptome. Wird sie nicht behandelt, kann die Infektion sogar zum Tod führen.

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