GKV

Flüchtlinge entlasten Krankenversicherung dpa, 16.01.2018 10:44 Uhr

Berlin - Die Zuwanderung von EU-Bürgern und Flüchtlingen wirkt sich nach Angaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) positiv auf ihre finanzielle Stabilität aus. Die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, sagte, 2016 seien vor allem junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren neu in die gesetzliche Krankenversicherung gekommen. Davon seien mehr als 60 Prozent Männer und an die 40 Prozent Frauen gewesen.

Pfeiffer erläuterte: „Da die zugewanderten Neumitglieder jünger sind als der Durchschnitt aller gesetzlich Versicherten und darüber hinaus auch noch weniger Leistungen in Anspruch nehmen als die gleichaltrigen bisherigen Versicherten, führen sie zu einem doppelten Entlastungseffekt.“ Sie stabilisierten die Finanzen und stoppten – zumindest vorübergehend – die Alterung der Mitglieder der GKV insgesamt. „Das ist ein erstaunliches Phänomen, mit dem noch vor einigen Jahren wohl niemand gerechnet hätte“, sagte Pfeiffer.

Flüchtlinge können während ihres Asylverfahrens keine regulären Mitglieder einer Krankenkasse werden, auch wenn sie in einigen
Bundesländern eine elektronische Gesundheitskarte bekommen können. In den ersten 15 Monaten wird dies in der Regel über die zuständigen Kommunen geregelt. Erst danach, wenn sie als Asylbewerber anerkannt oder geduldet sind, können sie sich eine (gesetzliche) Krankenversicherung aussuchen. Die Behörden übernehmen bis auf Weiteres (so lange sie etwa noch arbeitslos sind) ihren Beitrag. Im Grundsatz werden sie dann behandelt wie andere gesetzlich Versicherte.

Dieser Effekt dürfte nur wenige Jahre anhalten. Dann werde aus einem zugewanderten Mitglied ein durchschnittliches Mitglied, was das Verhältnis von Kosten und Beitragseinnahmen betreffe. „Wer auch immer die nächste Regierung stellen wird, muss die gute finanzielle Situation nutzen, um die Weichen für die Zukunft zu stellen“, mahnte die Chefin des GKV-Spitzenverbandes. Überkapazitäten bei den Kliniken, häufig überteuerte Medikamentenpreise im ersten Jahr ihrer Markteinführung und ein grundlegender Reformbedarf in der Notfallversorgung seien nur drei Stichwörter.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Mehr zum Thema

Mehr aus Ressort

Weiteres
Markt

Digitalkonferenz

VISION.A 2020: Cordelia Röders-Arnold im Interview»

App der Pharmaindustrie

„Digitale Hausapotheke“: Standleitung zum Patienten»

Nahrungsergänzungsmittel

Drogerie: Boom bei Trinkkollagen»
Politik

ZytoService-Skandal

DAK richtet Kummertelefon ein»

Digitalisierung

TK-Safe: 250.000 Nutzer für Gesundheitsakte»

Berliner Aderlass

Komplette Klinikabteilung wechselt zur Konkurrenz»
Internationales

Rumänien

Phoenix kauft sich auf‘s Podest»

Nach Vergiftungsfällen

Noscapin: Behörde gibt Entwarnung»

750 Millionen Dollar Strafe verhängt

„Baby Powder“-Klagen: Weitere hohe Strafe gegen Johnson & Johnson»
Pharmazie

AMK-Meldung

Heumann: Oxycodon geht Retour»

Melanomtherapie

Pembrolizumab: Mehr Nebenwirkungen – weniger Rezidive»

Hautpflege in der Schwangerschaft

Parabene begünstigen Übergewicht bei Neugeborenen»
Panorama

Nach Massenabwanderung

Berlins Finanzsenator für Neustart bei Vivantes»

Karnevalistischer Tanzsport, Kamelle und Musik

„Im Karneval gibt´s keine Lieferengpässe“»

Infektionskrankheiten

Coronavirus: Erster Mensch stirbt in Europa»
Apothekenpraxis

Digitalisierung

Umfrage: Mehrheit der Bevölkerung will kein eRezept»

Apothekenpflicht

Urteil zu Homöopathie: 100 Prozent Zucker?»

Online-Kommunikation

Live-Chats für Apotheken: Die wichtigsten Anbieter»
PTA Live

Wenn Reinsubstanzen nicht verfügbar sind

Kapselherstellung aus Fertigarzneimitteln»

Diastolische Herzinsuffizienz

Bufalin: Krötengift als Therapieoption?»

Kationisch, instabil und schlecht kombinierbar

Rezepturtipp: Oxytetracyclin»
Erkältungs-Tipps

Natürliche Feuchthaltemittel

Wasserspeicher Hyaluronsäure»

Wenn das Kind das Bewusstsein verliert

Notfall: Fieberkrampf»

Schwieriger als gedacht

Richtig Naseputzen und Niesen»
Magen-Darm & Co.

Sodbrennen, Verstopfung & Co.

Typische Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt»

Bakterielle Magen-Darm-Infektionen

Shigellose: Gefährlicher Reisedurchfall»

Infektionen durch Nahrungsmittel

Pilzvergiftung: Von harmlos bis tödlich»
Kinderwunsch & Stillzeit

Nährstoffe in der Schwangerschaft

Folsäuremangel: Ursachen und Folgen»

Erkältet in der Schwangerschaft

Der gewisse Push für das Immunsystem»

Schwangerschaftsrisiken

Eileiterschwangerschaft: Gefährliche Fehleinnistung»