Hausmittel

Bild der Frau: Rosinen gegen Kopfschmerzen

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Berlin -

„Kopfschmerzen: Diese zwölf Hausmittel helfen wirklich“, schreibt die Bild der Frau. Die Frauenzeitschrift der Funke-Mediengruppe erscheint einmal in der Woche und liefert Informationen zu gesellschafts-, wirtschafts- und sozialpolitischen Themen. Aber auch Beauty, Lifestyle und Gesundheit kommen nicht zu kurz. In der aktuellen Ausgabe wird Frau über Hausmittel gegen Kopfschmerzen informiert. Ohr-Akupressur, Rosinen oder Haare raufen können demnach Schmerzmitteln vorgezogen werden.

Beinahe jeder leidet einmal an Kopfschmerzen. Es gibt mehr als 360 verschiedene Arten – zu den sogenannten primären Kopfschmerzen gehören Migräne, Cluster- und Spannungskopfschmerz. Wobei letztere mehr als die Hälfte aller Kopfschmerzen ausmachen und als dumpf-drückend beschrieben werden können. Oft greifen die Betroffenen zu einer Schmerztablette, die schnell Linderung verschaffen soll. Doch laut Bild der Frau ist dies zum Glück nicht immer nötig; die Redaktion liefert zwölf Hausmittel – „von unseren Medizinern bestätigt“.

So sollen Rosinen aufgrund des hohen Kaliumgehaltes gegen „Blutdruck-Kopfschmerzen“ helfen. Dreimal täglich soll eine Handvoll geknabbert werden, schreibt die Frauenzeitschrift. Die getrockneten Weintrauben enthielten auf 100 g etwa 750 mg Kalium. Je dunkler die Rosinen sind, desto mehr Kalium ist enthalten, ist zu lesen. Forscher der Harvard Medical School hätten die Wirksamkeit in einer Studie bestätigt. Außerdem enthielten Rosinen Salicylsäure.

Ein weiterer SOS-Tipp ist die Ohr-Akupressur. Betroffene sollten dazu einen Punkt direkt vor dem Tragus etwa drei Minuten lang gegen den Uhrzeigersinn mit Zeige- und Mittelfinger massieren – an beiden Ohren und das viermal täglich. Als „Blitzhilfe“ wird Lavendelöl angepriesen. Die Betroffenen sollten bei akuten Kopfschmerzen etwa zehn bis 15 Minuten an einem Fläschchen Lavendelöl riechen – aus der Apotheke oder dem Reformhaus, versteht sich. Die Zeitschrift verweist auf eine Studie der iranischen Universität Mashhad, die belege, dass bei 70 Prozent der Patienten die Schmerzattacke gestoppt wurde. Die Forscher untersuchten die Wirksamkeit einer Lavendel-Inhalation im Vergleich zu Placebo im Falle einer Migräneattacke. Insgesamt 47 Patienten mit diagnostizierter Migräne waren in die Studie eingeschlossen. Die Probanden inhalierten über einen Zeitraum von 15 Minuten entweder Lavendelöl oder flüssiges Paraffin. Im Anschluss wurden die Teilnehmer gebeten, die Schwere der Kopfschmerzen und die zugehörigen Symptome im Abstand von 30 Minuten über einen Zeitraum von zwei Stunden zu dokumentieren.

Das ätherische Öl des Lippenblütlers war dem Paraffin statistisch signifikant überlegen. Von 129 Kopfschmerzattacken sprachen die Teilnehmer in 92 Fällen vollständig auf das Lavendelöl an. In der Kontrollgruppe wurde in 32 von 68 Fällen ein Ansprechen auf die Placebobehandlung dokumentiert.

Weitere von Bild der Frau empfohlene Hausmittel sind Haareraufen, das Tragen von kühlenden Stirnbändern, das Wärmen der Augen, das Auffüllen der Speicher des B-Vitamins Pyrrolochinolinchinon (PPQ), was Kopfschmerzen dauerhaft vorbeugen könne und Entzündungen im Nervensystem mindere. Wer Kopfschmerzen im Nackenbereich verspüre, solle zum Föhn greifen und den Nacken bei mittlerer Hitze für 15 bis 20 Minuten vom linken zum rechten Schulteransatz mit heißer Luft bepusten lassen. Außerdem wird auf spezielle Atemübungen aus dem Yoga sowie das Trinken von Kakao – täglich zwei Tassen aufgrund des Magnesumgehaltes – oder Mutterkraut-Tinktur verwiesen. Letztere könne vor allem bei hormonell bedingtem Kopfschmerz Linderung verschaffen.

Als zwölften Tipp nennt Bild der Frau eine Erhöhung des Q10-Spiegels und beruft sich auf eine Studie der Universität Philadelphia, die belege, dass bereits die Gabe von 150 mg des Coenzyms täglich die Kopfschmerzattacken um die Hälfte reduzieren kann. Die Studienergebnisse wurden im Jahr 2002 veröffentlicht. Untersucht wurde die Wirksamkeit von Coenzym Q10 als vorbeugende Migränebehandlung. An der Studie nahmen 32 Probanden (26 Frauen und sechs Männer) mit einer episodischen Migräne mit und ohne Aura teil. Die Teilnehmer wurden mit 150 mg Q10 als tägliche Gabe behandelt – 31 Probanden beendeten die Studie. Im Ergebnis zeigte sich bei 61,3 Prozent der Patienten eine Reduktion der Migränetage um mehr als 50 Prozent. Die durchschnittliche Zahl der Migränetage konnte während des dreimonatigen Behandlungszeitraums von 7,34 auf 2,95 reduziert werden. Zwar scheint Q10 ein gutes Mittel gegen Migräne zu sein, dennoch verweisen die Wissenschaftler auf die Notwendigkeit placebokontrollierter Studien.

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