29 Monate Baustelle fast vor der Haustür

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Berlin - Die Botschaft, dass es fast vor der Haustür 29 Monate lang eine Baustelle geben wird, kann auch bei erfahrenen Apothekern zu Atemnot führen. Hans-Ulrich Zipfel aus Voerde am Niederrhein erlebt die Auswirkungen einer Riesen-Baustelle seit einem Dreivierteljahr.

Die Baustelle befindet sich zwar nicht 29 Monate lang direkt vor seiner Barbara-Apotheke, aber eine gute Nachricht ist das nicht, denn die Zufahrtsstraße wird komplett erneuert. Dazu gehören die Fahrbahndecke, Geh- und Radwege, zusätzlich werden Leitungen erneuert. Mehrere tausend Autos täglich passieren normalerweise die Straße vor seiner Apotheke, seit Beginn der Bauarbeiten hat sich der Verkehr drastisch reduziert. Von jetzt auf gleich wurde aus einer hochfrequentierten Straße eine beinahe leere. „Man könnte problemlos Fußball hier spielen“, sagt der Apotheker.

Die Arbeiten finden abschnittsweise statt. „Die Durchfahrt ist immer unterbrochen“, sagt Zipfel. Das bedeutet, dass nur sehr treue Stammkunden längere Anfahrtswege auf sich nehmen, um ihre Solidarität mit der Barbara-Apotheke unter Beweis zu stellen. Der Apotheker verzeichnet bisher einen Umsatzrückgang von 15 bis 20 Prozent.

Den Apotheker ärgert die Informationspolitik der Verwaltung – besser gesagt, die kaum vorhandene Informationspolitik. „Die Infopolitik des Kreises ist eine Katastrophe“, sagt er. Rund 50 Meter entfernt liegt die Baustelle, die ihm den Kundenstrom abkappt. Damit muss ein Bürger fertig werden, so verlangt es das Gesetz. Nicht jeder schafft das. Eine Tankstelle in der Nachbarschaft musste schon die Öffnungszeiten drastisch reduzieren.

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