Cannabis: Hürden bei der Taxierung meistern

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Berlin -

Cannabis-Rezepturen müssen seit einiger Zeit nach der Anlage 10 der Hilfstaxe berechnet werden. Auf die Apotheken kamen viele neue Regelungen zu. Nicht selten schwingt die Angst der Null-Retax mit, wenn Apotheker:innen und PTA den Abgabepreis von Extrakten & Co. berechnen.

Im ersten Teil der Taxierungs-Serie ging es um die Berechnung von Blüten. Hier gilt der Festpreis von 9,52 Euro je Gramm Blüte, unabhängig von der Gesamtabgabemenge. Hinzu kommt ein gestaffelter Fixzuschlag. Dieser beträgt bis zur Abgabemenge von 15 Gramm 9,52 Euro (unverarbeitet) oder 8,56 Euro (verarbeitet). Ab 16 Gramm bis 30 Gramm sinkt der Zuschlag auf Euro 3,70 Euro (unverarbeitet und verarbeitet). Über 30 Gramm beträgt dieser Fixzuschlag nur noch 2,60 Euro (unverarbeitet und verarbeitet).

Berechnung Extrakte

Bei Extrakten müssen andere Rechenregeln beachtet werden. Zunächst muss überprüft werden, ob es sich um unverarbeitete Extrakte oder weiterzuverarbeitende Extrakte handelt. Für Cannabisextrakte gilt übrigens die Höchstmenge von 1000 mg THC. Da CBD keine psychoaktive Substanz ist und nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, existiert für diesen Stoff keine Höchstmengenbegrenzung. Bei Dronabinol Tropfen oder Kapseln dürfen binnen eines Monats maximal 500 mg THC verschrieben werden. Für das Fertigarzneimittel Canemes mit dem künstlich hergestellten Cannbinoid Nabilon (AOP Orphan) besteht keine Höchstmenge.

Im ersten Schritt gilt es die Verordnung zu überprüfen. THC-haltige Extrakte müssen immer auf einem BtM-Rezept verordnet werden. Dieses ist sieben Tage gültig und muss für jede Blüte und jeden Extrakt eine Dosierungsangabe enthalten. Pro Rezept darf nur eine Rezeptur verordnet werden. Beliefert werden kann die Verordnung nur dann, wenn sie eindeutig ist und keine Unklarheiten offenbleiben. Auch die Gesamtmenge an verordnetem Betäubungsmittel muss klar erkennbar sein – zum Beispiel in Form von

„Tilray Cannabisextrakt THC10:CBD10, 25 ml
Gesamtmenge: 250 mg Tetrahydrocannabinol
(optional: entspricht 10 mg THC/ml)“

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