Drogerieketten

Wick: Müller wirbt mit „Risiken und Nebenwirkungen“ APOTHEKE ADHOC, 23.10.2018 10:24 Uhr

Berlin - In ihrem aktuellen Prospekt bewirbt die Drogeriekette Müller unter anderem Wick Vaporub und den Wick Inhalierstift. Unter dem Bild zu den Produkten ist der Hinweis „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ zu finden. Auch wenn der Verweis auf die externe Gratisberatung für Apotheker ärgerlich ist – die Drogeriekette hat in diesem Fall keine andere Wahl.

Neben Nahrungsergänzungsmitteln, Taschentüchern, Tees und Kaffee haben die zwei Wick-Produkte Platz im Prospekt gefunden: Auf der „Drogerie-Seite“ sind zwischen dem Klosterfrau Bronchial-Husten-Sirup und Elmex/Meridol die beiden nicht apothekenpflichtigen Erkältungshelfer abgedruckt. Unter den beiden Produkten des Herstellers Procter & Gamble (P&G) steht der Pflichttext gemäß Heilmittelwerbegesetz (HWG), jener bekannte Satz zu den Risiken und Nebenwirkungen.

Normalerweise entfällt laut § 4 Abs. 3 HWG die Pflicht zur Angabe des Hinweises bei einer Werbung für freiverkäufliche Arzneimittel. Zu dieser Ausnahme besteht wiederum eine Ausnahme, wenn in der Packungsbeilage oder auf dem Behältnis des Arzneimittels Nebenwirkungen oder sonstige Risiken angegeben sind. Das ist bei den Wick-Produkten der Fall. Die Drogeriekette war also verpflichtet, diesen Text mit in den Prospekt aufzunehmen.

Nun arbeiten bei Müller keine Pharmazeuten oder Mediziner, sodass Apothekenmitarbeiter unter Umständen zu dem Produkt beraten müssen, das im Drogeriemarkt gekauft wurde. Oder anders ausgedrückt: Wer sich Fachpersonal spart, kann auch mehr Rabatte geben. Der Preis bei Müller ist deutlich günstiger, als es in den meisten Apotheken möglich ist. Mit einer Ersparnis von 21 Prozent wirbt die Drogeriekette beim Inhalierstift, mit immerhin 16 Prozent bei der Erkältungssalbe.

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