Fragen und Antworten

Was tun mit Beratungsschnorrern? Alexander Müller, 23.10.2018 10:38 Uhr

Berlin - Eine gute Beratung ist das Hauptargument der Apotheke vor Ort – aber es ist nicht ihr Hauptgeschäft. Manchmal vergessen die Kunden das und kommen nur in die Offizin, um sich ein paar Ratschläge zu ihren online bestellten Arzneimitteln oder Präparaten aus dem Drogeriemarkt abzuholen. Wie weit reicht eigentlich die Beratungspflicht? Hier die wichtigsten Fragen und Antworten – mit freundlicher Unterstützung von Klaus Laskowski, stellvertretender Geschäftsführer und Justitiar der Bayerischen Landesapothekerkammer. Wie geht ihr mit Beratungsschnorrern um? Jetzt mitdiskutieren im LABOR von APOTHEKE ADHOC.

Stimmt oder stimmt nicht? Apotheker müssen nur zu Präparaten beraten, die sie selbst im Sortiment führen.
Stimmt nicht. Wechselwirkungen lautet hier das Stichwort. Löst der Kunde etwa ein Rezept ein und fragt nach der Verträglichkeit mit einem anderen – andernorts erworbenen – Präparat, muss der Apotheker darüber aufklären. Streng genommen gilt das für Stammkunden immer, sofern ihre Medikation in der Datenbank hinterlegt ist. Spätestens in dieser Konstellation dürfte es sich aber um eine theoretische Fragestellung handeln.

Gilt die Beratungspflicht nur für Arzneimittel?
Wie oben – eine Wechselwirkung kann auch mit anderen Präparaten oder bestimmten Lebensmitteln zusammenhängen. Und Letztere darf die Apotheke mit Ausnahme etwa von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln ohnehin nicht selbst verkaufen. Trotzdem sollte auf mögliche Interaktionen hingewiesen werden.

Diese Fälle sind einfach gelagert und kaum ein Apotheker oder PTA würde den Patienten ohne Beratung wegschicken. Zu helfen liegt nun einmal in der DNA dieser Berufe. Aber wie geht man mit den ganzen dreisten Kandidaten um, die ein ganzes Arsenal online gekaufter Arzneimittel auf dem HV-Tisch ausbreiten und hierzu Informationen verlangen?

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