Beratung 

Der dreisteste Beratungsklau aller Zeiten APOTHEKE ADHOC, 13.07.2018 10:01 Uhr

Berlin - Regelmäßig sorgen in der Apotheke Kunden für Ärger, die sich zeitaufwendig beraten lassen, das Medikament dann aber im Internet bestellen. Einen besonders eklatanten Fall hat Apothekenkundin Bianca Kellner-Zotz in einer Münchner Apotheke beobachtet. Die freiberuflich Journalistin war so fassungslos, dass sie das Erlebte in ihrer Kolumne in der Süddeutschen Zeitung (SZ) verarbeitet hat.

In der Mittagspause wollte Kellner-Zotz mal eben schnell in die Apotheke um die Ecke. Die Journalistin erinnert sich an edle Holzvertäfelung, Orchideen auf den HV-Tischen und zwei freundliche Apothekenmitarbeiterinnen mit Namensschild, auf dem stand: „Wir beraten Sie gerne.“ Dieses Angebot, schreibt sie, habe ein älteres Ehepaar - beide sehr gepflegt, er in Hemd, Ralph-Lauren-Pullover und Stoffhose, sie mit adrettem Kurzhaarschnitt und Louis-Vuitton-Handtasche – offenbar wörtlich genommen.

So habe die Frau einen Zettel aus ihrer Tasche hervorgeholt und ihn der PTA hinter dem HV-Tisch gereicht. Dabei erkundigte sie sich, erinnert sich Kellner-Zotz, die in der Warteschlange direkt dahinter gewartet und das Gespräch quasi aus erster Reihe mitbekommen hat, ob das auf dem Zettel vermerkte Medikament mit diversen anderen verschreibungspflichtigen Arzneien nebenwirkungsfrei eingenommen werden könne.

„Die Mitarbeiterin war wirklich sehr hilfsbereit und engagiert“, berichtete die Journalistin im Gespräch mit APOTHEKE ADHOC. Zunächst habe die PTA im Computer nachgeschaut. Als die Anfrage zu keiner zufriedenstellenden Antwort führte, startete sie zwei weitere Anläufe. Dann rief die ratlose Beraterin ihre Kollegin zur Unterstützung.

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