Weleda verkauft lose Ware

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Berlin - Nachhaltiger Konsum – das funktioniert beispielsweise mit dem Verzicht auf die Umverpackung. Der Kosmetikhersteller Weleda will bis Ende des Jahres testen, wie die Kund:innen auf das Angebot von loser Ware reagieren. Das Pilotprojekt läuft zunächst in drei Bio-Supermärkten. Apotheken sind nicht eingeplant.

Weleda wird in drei Märkten des Bio-Unternehmens Alnatura Körperpflegeprodukte erstmals ohne Verpackung anbieten. An einer Unverpackt-Station im Bereich Schönheit und Pflege können Verbraucher:innen vier Pflegeprodukte selbst abfüllen: Lavendel Entspannendes Pflege-Öl, Arnika Massage-Öl, Vitality - Vitalisierungsdusche Sanddorn und Refresh - Erfrischungsdusche Citrus.

Die flüssigen Produkte können in eigenen Behältern mitgenommen werden. Es stehen auch leere Boxen zur Verfügung. Die Abrechnung erfolgt nach Gewicht. „Die CO2-Bilanz ist bis zu 20-mal besser, wenn man die Körperöle in eigene Mehrwegbehälter abfüllt und diese immer wieder verwendet“, sagte Dr. Stefan Siemer, Leiter des Bereichs Nachhaltigkeitsmanagement bei Weleda.

Die teilnehmenden Märkte befinden sich in Frankfurt am Main, Karlsruhe und Freiburg. Das Projekt läuft voraussichtlich bis Ende 2021. Apotheken sind zunächst nicht als Anbieter von Abfüllstationen eingeplant. „Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt in den drei Bio-Märkten werden wir sorgfältig auswerten und wenn sich der Test bewährt, können wir unverpackt angebotene Produkte gegebenenfalls ausweiten“, sagt ein Unternehmenssprecher. „Für uns geht es zunächst darum, Erfahrungen mit flüssiger unverpackter Naturkosmetik zu sammeln, weil es zum einen im Rahmen unserer Nachhaltigkeits- und Packmittelstrategie ein wichtiges Ziel ist, immer nachhaltigere Packmittellösungen zu entwickeln.“ Zudem bestehe gerade bei flüssiger unverpackter Naturkosmetik die besondere Herausforderung, dass keine synthetischen Konservierungsstoffe verwendet würden und daher die Verpackung einen Großteil der Konservierungsleitung beitrage.

Die Kosmetikprodukte von Weleda sind unter anderem in Supermärkten, Drogerien, Apotheken und Reformhäusern erhältlich. Das schweizerische Unternehmen feiert in diesem Jahr sein 100. Jubiläum. Ziel des Unternehmens ist es, bis Ende 2022 den Recyclinganteil bei Primärverpackungen auf mindestens 65 Prozent zu steigern. Im Zuge der Umsetzung der Packmittelstrategie sollen die Glasverpackungen schrittweise auf Grünglas mit hohem Recyclinganteil umgestellt werden.

 

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