Berlin -

Versandapotheken wollen möglichst viel über ihre Kund:innen wissen. Doch Sanicare ist aus Sicht der niedersächsischen Datenschützer zu weit gegangen und erhielt einen Bescheid. Dagegen klagte der Versender, zog nun aber in erster Instanz den Kürzeren.

Die Landesbeauftragte für Datenschutz des Landes Niedersachsen hatte zwei Dinge bemängelt: Sanicare hatte das genaue Geburtsdatum sowie die Anrede der Kund:innen als Pflichtfelder im Bestellprozess hinterlegt. Diese Informationen sind aber aus Sicht der Datenschützer überhaupt nicht notwendig.

Sanicare hatte sich zunächst auf die Berufsordnung der Apotheker berufen, die zur altersgerechten und geschlechtsspezifischen Beratung verpflichte – hierzu müsse die Abfrage im Bestellprozess erfolgen. Und der Versender klagte gegen den Bescheid vor dem Verwaltungsgericht Hannover.

In einem Punkt hatte Sanicare dann vor Prozessbeginn schon eingelenkt: Im Feld „Anrede“ gibt es jetzt die Option, keine Angabe zu machen. Dieser Streitpunkt konnte gestern in Hannover somit von beiden Seiten für erledigt erklärt werden.

Doch um die Abfrage des genauen Geburtsdatums wollte der Versender weiter streiten. Laut einem Sprecher der Datenschutzbehörde wollte die Richterin ein Beispiel für ein Medikament, bei dem es aus medizinischer Sicht auf das genaue Geburtsdatum des Patienten ankommt. Damit habe Sanicare nicht dienen können.

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