AOK wegen Umfrage-Boykott verklagt

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Berlin - Das Magazin Focus verklagt die AOK wegen Auskunftsverweigerung. Die elf AOKen hatten es abgelehnt, an der alljährlichen Kassenumfrage teilzunehmen. Die AOK fühlt sich seit Jahren in Detailfragen falsch dargestellt und verweigerte deshalb die Teilnahme.

„Ein Großteil der Fragen war nicht eindeutig formuliert und bedurfte einer differenzierten Beantwortung, die auf den Fragebögen von Focus jedoch nicht vorgesehen war. Auch entsprach die Darstellung der Leistungen nicht immer den ursprünglichen Fragestellungen. Dadurch kam es zu einer sowohl lücken- und fehlerhaften als auch wettbewerbsverzerrenden Darstellung unserer Leistungen“, sagt AOK-Sprecher Kai Behrens.

Die elf AOKen hatten es abgelehnt, dem Münchner Magazin im Rahmen seiner alljährlichen Umfrage Auskunft zu den von ihnen angebotenen Leistungen und Services zu erteilen. Die Redaktion von Focus meint, dass alle Krankenkassen als Körperschaften des öffentlichen Rechts zu solchen Auskünften verpflichtet sind. Deshalb hat das Magazin vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht München stellvertretend für alle AOKen zunächst die AOK Bayern sowie den AOK-Bundesverband auf Presseauskunft verklagt.

Laut Focus ist der Vorgang in der mehr als zwanzigjährigen Geschichte seiner Umfragen unter gesetzlichen Krankenversicherungen einmalig: Noch nie habe eine komplette Kassenart die Angaben pauschal verweigert.
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